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Ayvalık - die Olivenstadt

Die Türken verstehen einfach mehr von Urlaub. Denn bei ihnen steht Ayvalık (ca. 32.000 Einw) schon sehr lange hoch im Kurs. Und dabei war der Ort bis 1923 mehrheitlich griechisch, was man an vielen Stellen des Ortes noch erkennen kann. Ende des 18. Jahrhunderts hatte Ayvalık (damals Kydonia) den Status einer unabhängigen griechischen Stadt im Osmanischen Reich und gelangte durch Oliven- und Lederproduktion und als Handelszentrum zu Wohlstand. Viele europäische Staaten hatten hier Konsulate eingerichtet. Während der Griechischen Befreiungskriege (1821 - 1829) wurde die Stadt zerstört und konnte auch nach dem Wiederaufbau nicht mehr an frühere Glanzzeiten anschließen. 1923 wurde die griechische Bevölkerung endgültig vertrieben.
Beschaulich ist die Altstadt von Ayvalık, die griechischen Bürgerhäuser zeugen von der Blütezeit im 19. Jahrhundert, die griechischen Kirchen sind heute Moscheen oder Museen. Dass die Stadt nach wie vor vom Olivenanbau lebt, ist auch hier bemerkbar: In den gewundenen Gässchen findet man noch einige Ölpressen und Seifenhersteller, und im Winter, zur Erntezeit, duftet die ganze Stadt nach frisch gepresstem Olivenöl. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Altstadt jede Menge. Neben Lederwaren und Schmuck bieten sich als regionale Spezialität natürlich die vielen Olivenprodukte an. Auch findet in Ayvalık ein wöchentlicher Basar statt, auf dem die eine oder andere Urlaubserinnerung käuflich erworben werden kann. Das Feilschen sollte dabei jedoch keinesfalls vergessen werden!
StraßenkarteIn Ayvalık gibt es – wie an der gesamten Nordküste der Ägäis – noch keinen Massentourismus. Dabei ist das Klima hier wesentlich angenehmer als in den Tourismuszentren der Südküste. Bei fast gleichen Temperaturen herrscht eine deutlich geringere Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus befinden sich auf den der Küste vorgelagerten Inseln (Alibey Adası - auch Cunda genannt - und Patrica) unendlich viele wunderbare Buchten und Strände. Auch herrliche Tauchgebiete locken Urlaubsgäste an diesen Flecken der Türkei.
Über einen Damm oder besser noch mit dem Boot erreichbar ist Alibey, die größte Insel des Archipels. Auch hier bezaubern die alten griechischen Häuser, Klöster und die ehemalige St. Nikolas-Kathedrale. In zahlreichen guten Restaurants lässt es sich vorzüglich speisen, denn das Meer vor Ayvalık ist reich an Fischen und man sagt, dass es hier die besten Fischrestaurants der ganzen Türkei gebe – den wunderbaren Ausblick über die Bucht gibt es gratis dazu. Ein Genuss ist es allemal, sich durch die Vielzahl an Gerichten zu schlemmen.
Hotels, Pensionen und auch Ferienhäuser gibt es in allen Kategorien, allerdings – und durchaus zum Vorteil der Region – nicht in der Dichte wie in den südlicheren Touristenzentren.
Ist die Jahreszeit nicht zu heiß, lässt sich der Urlaub auch ideal für einen Wandertrip nutzen: Ebenfalls über einen Damm mit dem Festland verbunden ist der Şeytan Sofrası, des „Teufels Eßtisch“, der seinen Namen von einem angeblichen Fußabdruck des Teufels im Fels hat. Wirft man eine Münze in den Spalt, erfüllt einem der Teufel der Sage nach einen Wunsch.
Und da Ayvalık inmitten der antiken Zentren von Pergamon, Assos und Troja liegt, ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge zu diesen historischen Stätten.

Ich habe in Ayvalık noch keinen Urlaub verbracht. Aber die Stippvisite während einer Türkeitour mittels Wohnmobil reichte aus, um mich von den Vorzügen dieser Gegend zu überzeugen. Sollte es mir in “meinem” Avsallar (aus welchen Gründen auch immer) zu eng werden - Ayvalık wäre die Alternative für mich.

Noch mehr über Ayvalık gibt es hier: www.ayvalik-emlak.com/ayvalik/

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015