Bisher

Erstbesucher

Mit dem Gulet nach Alanya

Bereits bei unseren letzten Wanderungen am Strand von Avsallar hat uns der Aufreißer mit der Kapitänsmütze überreden wollen, eine Bootstour mit Rainbow-Tours zu unternehmen. Im September 2008 haben wir uns dann breit schlagen lassen, an einem Freitag mit nach Alanya zu schippern.

Wir wurden - für türkische Verhältnisse - pünktlich vom Hotel abgeholt und zum kleinen Fischerhafen von Avsallar gebracht. Dort lag das Gulet vor Anker und wartete auf die Passagiere. Und als alle an Bord waren, tuckerten wir mit langsamer Kraft aus dem Hafenbecken, nicht ohne vorher noch in dem kleinen Becken auf der Stelle eine Kehrtwendung zu machen.
Volle Kraft voraus glitten wir, die Hotelanlagen von Avsallar, Fugla, Türkler und Konakli vor Augen, in südöstlicher Richtung durch die ruhige See die Küste entlang. Neben und hinter uns weitere Gulets, die auch dem Ziel Alanya entgegenstrebten.
In Höhe der Strassentunnel, dicht am Strand, wurde erstmals geankert, um uns ein Sprung in das klare Wasser zu ermöglichen. Nach dieser Erfrischung ging die Fahrt auch sofort weiter. Am Kleopatrastrand vorbei umrundeten wir die Spitze des Burgfelsens, um auf direktem Weg den Hafen von Alanya anzusteuern.
Nachdem wir den Liegeplatz erreicht hatten, durften wir von Bord, um in den nächsten beiden Stunden Alanya zu erobern und den Bauernmarkt zu besuchen, welcher nur ein paar Gehminuten entfernt, in unmittelbarer Nähe des Dolmusbahnhofs und einer Moschee, aufgebaut war.
Trotz der enormen Schwüle war die Stadt gut besucht. Sicherlich lag es auch darin begründet, daß die Passagiere eines großen israelischen Kreuzfahrtschiffes durch die Gassen und Strasse pilgerten. Aber auch Touristen aus den umliegenden Orten sowie viele Einheimische nutzten den Markttag zu ausgiebigem Shopping.
Uns war das Wetter allerdings zu anstrengend, sodaß wir bereits vor der Zeit wieder an Bord kamen. So konnten wir noch die letzten Vorbereitungen für das bescheidene aber schmackhafte Mittagessen (Seeluft macht hungrig) beobachten, welches nach dem tröpfelnden Eintreffen Ausflügler serviert wurde.
Dann hieß es aber auch schon “Leinen los” und der Anker wurde gelichtet. Mit einem letzten Blick auf den “Roten Turm”, die alte Werft und den Burgberg steuerten wir die erste Höhle an: die Piratenhöhle. Intensive Besichtigung war allerdings nicht gegeben.
Kurz vor dem Kap wurden wir auf den Eingang der Liebeshöhle hingewiesen, zu dem vier unserer Besatzungsmitglieder schwammen, um kurz darauf im Dunkel zu verschwinden. Auf der anderen Seite des Felsens sahen wir dann die Ausgänge der Liebeshöhle in etwa 10 Meter Höhe. Unsere Jungs waren bereits noch ein paar Meter höher, auf einen Felsvorsprung geklettert und warteten auf uns. Dann sprangen sie auch schon nacheinander kopfüber in die Fluten, um sofort wieder unser Boot zu entern.
Als nächstes steuerte der Skipper die Phosphorhöhle an und bugsierte den Bug unseres Gulet hinein. Den phosphoreszierenden Schein im Wasser, welcher der Grotte seinen Namen verdankt, konnten wir allerdings nicht ausmachen. Sicherlich waren wir zur falschen Tageszeit vor Ort.
Die letzte Station war unmittelbar vor dem Kleopatrastrand. Hier ankerten wir noch einmal, um ausgiebig im herrlich klaren Mittelmeer zu schwimmen und uns abzukühlen. Dann ging es auch schon auf direktem Weg, der Küste entlang, zum kleinen Hafen von Avsallar.

Im Nachhinein betrachtet war es ein beschaulicher Tag ohne große Höhepunkte. Die große Hitze und Schwüle (über 80 % Luftfeuchtigkeit) war in Alanya kaum, aber auf dem Gulet gut zu ertragen.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015