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Der Nordwesten ...

... auch bekannt als “Weser-Ems-Region”, ist ein ehemaliger niedersächsischer Regierungsbezirk. Er umfaßt die Landschaften Ostfriesland, Ammerland, Oldenburg und Emsland.
Die Region Weser-Ems, die mit Unterbrechung seit 40 Jahren meine Heimat ist, gehört zu den abwechslungsreichsten Ferienregionen in Niedersachsen. Ob Reiterferien, Wanderurlaub, Städtereisen, ausgedehnte Radtouren auf den mehr als 5.000 km Fahrradwegen, Urlaub auf dem Bauernhof oder Badeurlaub an der Nordsee, hier wird alles angeboten. Unterkünfte aller Kategorien sowie Campingplätze und Stellplätze für Wohnmobile findet man allerorten.
Oldenburg gehört zu den Zielen, die immer einen Besuch wert sind. In der historischen Altstadt spürt man auf Schritt und Tritt, daß es sich um eine ehemalige Residenzstadt handelt. Neben der hübschen Altstadt mit der ersten Fußgängerzone Deutschlands begeistert vor allem der 16 ha große Schloßgarten, der mitten in der Stadt liegt und im Stile eines englischen Landschaftsgartens angelegt wurde, viele Besucher von Oldenburg.
Direkt nebenan befindet sich das Oldenburgische Landesmuseum für Natur und Mensch. Hier kann man u.a. Moorleichen betrachten. Kunstinteressierten Besuchern empfiehlt sich ein Besuch im Horst-Janssen Museum, das die Werke des bekannten Malers und Grafikers zeigt.
Kulinarische “Leckerbissen” dieser Region sind “Grünkohl mit Pinkel” und “Mockturtel” (eine “falsche“ Schildkrötensuppe). Diese Speisen werden bevorzugt in der kalten Jahreszeit verspeist, wenn ganze Völkerscharen sich auf den schnurgeraden Wander- und Feldwegen an dem Volkssport “Boßeln” erfreuen. Bei diesem Sport, wie auch beim Früh- bzw. Spätschoppen in den Dorfkneipen darf der Klare (Weizenkorn) nicht fehlen.
Das südliche Umland kann sehr gut auf den vorzüglich ausgebauten Radwegen erkundet werden. Idyllische Dörfer, steinzeitliche Hühnen- und Hügelgräber sowie Wald und Heidelandschaften warten in der Wildeshauser Geest auf naturverbundene Urlauber, die auch gern mal mit dem Kanu oder Floß von Wildeshausen - der Wittekindstadt - bis Huntlosen eine ruhige Fahrt durch das schöne Huntetal unternehmen wollen.
Und wer im Oldenburger Land unterwegs ist, sollte auf keinen Fall am Museumsdorf in Cloppenburg vorbei fahren. Die dort aufgebaute Ansammlung an alten Bauernhöfen, ländlichen Handwerkerhäusern und Windmühlen aus der Region ist wirklich informativ und lehrreich.
Das Ammerland ist der Landkreis, der rund um das Zwischenahner Meer liegt. Hauptort ist Bad Zwischenahn am gleichnamigen Meer. Das Zwischenahner Meer ist mit 5,5 km² der drittgrößte Binnensee Niedersachsens. Bekannte Spezialitäten dieser Landschaft sind der geräucherte Aal, der Löffeltrunk und der Ammerländer Schinken. Bedeutend sind auch die vielen Baumschulen mit einer Vielfalt an Rhododendren. Die unglaubliche Farbenpracht kann man jedes Jahr um Pfingsten herum auf der “Rhodo” in Westerstede bewundern.
Zwischen Weser und Ems erstreckt sich eines der schönsten deutschen Urlaubsziele, Ostfriesland und die Nordseeküste. Das weite Land mit endlosen Deichen, vielen Schafen und imposanten Leuchttürmen ist geprägt vom Einfluß der Gezeiten und der unbändigen Natur. Ein Großteil des Wattenmeeres ist als Nationalpark geschützt, wer sich aber auf eine Führung durch das Watt einläßt, wird viele neue und spannende Einblicke in diese weltweit einmalige Naturlandschaft bekommen.
Langweilig wird es an der Nordsee nie, dafür sorgen schon die Küstenstädte mit ihren attraktiven Freizeitangeboten. Emden ist überregional bekannt für seine Kunsthalle, die der “Stern”-Gründer Henri Nannen 1986 in seiner Heimatstadt erbaut und der Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet hat. Das Leben und Werk eines anderen berühmten Sohnes der Stadt, Otto Waalkes, kann man sich im Ottohuus anschauen. Und wer ein Freund des Ostfriesentee (mit Kluntjes und Sahne) ist, wir im schönen Aurich die Betriebe der bekanntesten deutschen Teeproduzenten finden.
Das über 600 Jahre alte Fischerdorf Greetsiel, ein Schmuckstück der Nordseeküste, ist Heimathafen der größten Krabbenkutterflotte zwischen Weser und Ems. Daher sollte man, wenn man schon mal an der Küste ist, fangfrische Krabben pulen und essen. Aber auch nicht vergessen, andere fangfrische Meeresfrüchte in den zahlreichen Fischrestaurants zu genießen.
Die Seestadt Wilhelmshaven ist als Marinestützpunkt ganz von der Schifffahrt geprägt. Zu sehen gibt es aber weit mehr als nur Schiffe: das Marinemuseum mit dem Unterseeboot U 10, das Seewasseraquarium, die Unterwasserstation “Oceanis” und das Wattenmeerhaus am Südstrand lohnen immer einen Besuch.
Die ehemalige Künstlerkolonie Dangast bei Varel gehört zu den ältesten Badeorten an der Küste und ist auch heute noch bei Besuchern aller Altersgruppen sehr beliebt.
Ein “Muss” für Besucher des Weser-Ems-Landes ist die Meyer-Werft in Papenburg, in der modernste Kreuzfahrtschiffe entstehen. Papenburg wird zu Recht auch das “Venedig des Nordens” genannt, weil es eine an die Niederlande erinnernde Stadtanlage mit Kanälen und Klappbrücken besitzt und die älteste und längste Fehnkolonie (Moorsiedlung) Deutschlands ist.
Eine Fahrt mit dem Transrapid auf der Teststrecke bei Lathen war ein Erlebnis für viele Besucher. Leider wurde die Teststrecke geschlossen und soll zurückgebaut werden. Wer also einmal mit dem Transrapid fahren möchte, der muß bis nach Shanghai fliegen oder in ein paar Jahren an der Türkischen Riviera urlauben, denn dort soll zwischen Antalya und Alanya eine Trasse für diesen Superzug gebaut werden.
Der niedersächsischen Nordseeküste sind wie auf einer Perlenkette die insgesamt sieben Ostfriesischen Inseln vorgelagert, die jeweils ihren eigenen Charakter haben. Allen gemeinsam ist, das sie eine lange Tradition als Seebad haben und vor allem Familien und gesundheitsbewußte Urlauber anziehen, die sich mal so richtig erholen möchten. Die Inseln sind zur Seeseite hin mit Sandstränden ausgestattet, im Inneren bestehen sie aus Dünenbildungen während sie zur Südseite hin in einer Marschlandschaft zum Watt übergehen.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015