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Erstbesucher

Mit dem Mietwagen zum Dimcayi und zur Dim-Höhle

Bei einem unserer Urlaube in der Türkei (April 2007) hatten wir beschlossen, den nächsten Besuch dazu zu nutzen, den Dimcayi und die Dim magarasi (Höhle) zu besuchen. Denn wir waren fasziniert von den Fotos, die wir von einem Gast unseres Hotels gezeigt bekamen. Das mußten wir unbedingt in natura sehen! Daher buchten wir bei unserem ersten Spaziergang nach Avsallar auch gleich einen Leihwagen (neuer Renault Clio, 25 EUR/Tag, km unbegrenzt).
Von Avsallar düsten wir über die D400 nach Alanya. Wir fuhren aber nicht durch die Stadt, sondern nahmen die Aussenumfahrung nach Mersin. Auf der anderen Seite von Alanya überquerten wir den Dim cayi und mußten bei der nächsten Gelegenheit eine Wendemöglichkeit auf der vierspurigen Strasse suchen, denn eine Abbiegespur zur Strasse den Fluß hinauf gab es nicht. Und vorher war mir kein braunes Schild aufgefallen, welches auf die Dim-Höhle hinwies.
Also wieder retour und dann vor der Brücke rechts abgebogen. Es dauerte auch nicht lange, da standen wir vor einem Schilderwald, der uns auf verschiedenste Lokalitäten entlang des Dim cayi aufmerksam machte.
Eine Strasse (die alte) führte nach links über eine Brücke und eine andere Strasse (die neue) geradeaus. Wir nahmen die neue Strasse, denn die führte auch zur Höhle, wie wir einem der Schilder entnehmen konnten. Und bereits nach einigen Kilometern standen wir wiederum vor einem Schilderwald. Hier entdeckten wir einen Hinweis zur Dim Höhle, der uns bedeutete, nach rechts abzubiegen.
Über eine enge, aber ausgebaute Teerstrasse fuhren wir stetig bergan, bis wir auf dem (kostenfreien) Parkplatz der Dim magarasi standen.
Über mehrere Treppen gelangten wir zu einem Restaurant (welches auch für Rollstuhlfahrer auf allerdings sehr steilem Weg erreichbar war), einem Toilettenhaus, mehreren Andenkengeschäften, dem Kassenhaus sowie dem Eingang zur Tropfsteinhöhle.
Mit dem Höhlenplan in der Hand stiegen wir in die (spärlich beleuchtete) Dunkelheit hinab.
Die Dim Höhle bot schon seit Jahrtausenden Zuflucht für Jäger und Hirten mit ihren Tieren. Sie wurde 1986 vermessen. Ihren Namen bekam sie nach dem in dieser Gegend lebenden Nomandenstamm Dim. Die Höhle wurde, nachdem in ihrem Inneren durch gut ausgebaute Wege und Stege erschlossen wurden, 1998 für den Tourismus frei gegeben.
Beidseitig des Weges können Stalaktiten, Stalagmiten, Säulengruppen, Sinterbecken und Tropfsteinfahnen besichtigt werden. Am Südende der Höhle (im großen Salon) breitet sich ein Höhlensee aus. Die Tropfsteinbildung dauert auch heute noch an.
Insgesamt ein schaurig schöner Anblick, dessen Farbenpracht aber erst auf den Fotos (Blitzlicht?) richtig zu Ausdruck kommt.

Und
weiter zum neuen Dim Staudamm
Wieder im Freien, genossen wir erst einmal die herrliche Aussicht auf das Taurusgebirge und den Küstenstreifen von Alanya. Dann zog es uns aber wieder in das Tal, um, der neuen Strasse folgend, zum neuen Staudamm zu fahren, der in wenigen Jahren die Gegend um Alanya mit Trinkwasser versorgen soll. Dank dieses Bauprojektes entstand auch die “neue” Strasse, um den Baustellenverkehr aufzunehmen.
Direkt vor dem Staudamm führte eine Brücke hinüber zur alten Strasse, während ein weiterer Weg rechts zu einem neu zu errichtenden Dorf führt, welches einmal die Bewohner der überfluteten Häuser beherbergen soll. Die Moschee steht bereits.
Wir überquerten die Brücke und machten gleich am ersten Restaurant (Köprübasi Piknik) Rast. Mitten im Fluß bestellten wir uns (logisch) Forelle. Mit dem Obstteller zum Abschluß und einem herrlichen Glas Ayran fühlten wir uns dann auch wieder gestärkt für weitere Unternehmungen.
Der alten Strasse folgend, suchten wir eine Abzweigung, welche uns zur Dammkrone bringen sollte. Wir fanden sie auch. Also nichts wie hin. Oben angekommen bestaunten wir den Baufortschritt und die schöne Sicht auf das bald überflutete Tal.
Wieder auf der alten Strasse fuhren wir an etlichen Restaurants vorbei, die auch schwimmende Sitzplätze und teilweise Bademöglichkeiten anboten. Im Hochsommer war hier bestimmt Hochbetrieb. Angenehm kühl, frische Forellen und sogar ein Bad im Dim Fluß waren möglich. Jetzt, im Juni, waren noch nicht viel Besucher unterwegs.
Das spürten wir auch im “Dimcayi Anadolu köyü” (Anatolisches Dorf), einer Art Museumsdorf mit Swimmingpool und Restauration. Noch nichts los, aber sehenswert.
Wieder auf dem Parkplatz angekommen, überraschten wir (ganz sicher beabsichtigt) einen Jugendlichen, der unseren Wagen wusch. Mit dem einen Euro war er sicherlich gut bedient. Aber er schaute sich die Münze genau an - sah sie doch der 50 - Kurus - Münze zum Verwechseln ähnlich.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015