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Das nennt man Gastfreundschaft

Auf dieser Seite findest du einige Erlebnisse, die mir persönlich widerfahren sind und die dir die Gastfreundschaft und die Eigenheiten dieses Landes etwas näher bringen sollen.

Begegnung mit der “Jandarma”
Gleich nach dem Frühstück waren wir mit dem Dolmus unterwegs nach Bodrum. Dort wollten wir “shoppen”, den Hamam besuchen, um uns verwöhnen zu lassen und im Ort die Sehenswürdigkeiten anschauen.
Es klappte auch alles wunderbar. Nur der Einkauf gestaltete sich etwas mühsam. Mehrere Händler waren nicht bereit, ihre Preise unseren Vorstellungen anzupassen. Aber meine Reisebegleitung fand dann am Hafen doch noch einen Leder-Shop, dessen Inhaberin mit sich handeln ließ. Somit konnten wir einen Tagesordnungspunkt abhaken.
Nun war Kultur angesagt. Ruinen finden und das Kastell St. Peter besuchen. Dabei wurden reichlich Fotos geschossen. Schließlich wollten wir zu haus jederzeit nachvollziehen können, was wir alles gesehen hatten.
Wir wanderten um den Hafen von Bodrum herum, spazierten durch die mit Weinlaub beschatteten Einkaufsgassen und fanden dabei auch ein sehr gemütliches Speiselokal, in welchem wir von dem deutsch sprechenden Kellner sehr gut beraten wurden. Türkische Küche.
Nach dieser Stärkung lenkten wir unsere Schritte wieder Richtung Dolmus-Parkplatz. Allerdings mit einigen gewollten Umwegen durch Wohngebiete und Geschäftsstrassen außerhalb des Touristenrummels. Bei einem Strassenhändler kauften wir eine Tüte reifer, lila Feigen, nachdem uns der Verkäufer eine Kostprobe “aufgezwungen” hatte. Eine Einführung in die korrekte Behandlung dieser Frucht ohne Messer und Gabel war inklusive. (Man nehme die Feige in beide Hände, setze die Daumen am Stiel an und ziehe sie dort vorsichtig auseinander. Nun kann man den Inhalt ohne weitere Hilfsmittel “auszutzeln”.) Aber die Haut läßt sich durchaus mitessen!
Im großen Hamam beim Dolmus-Parkplatz erholten wir uns anschließend von den Strapazen der Besichtigungstour. Wuschen uns den Schweiß vom Körper und ließen uns durchkneten. Derart frisch gestählt und im Bewußtsein, alle Tagesordnungspunkte abgearbeitet zu haben, begaben wir uns nun zum Parkplatz “unseres” Kleinbusses, der uns nach Güllük bringen sollte.
Aber der war bereits abgefahren und der nächste Dolmus fuhr erst in zwei Stunden. Was nun? Noch einmal in den Ort? Noch einmal die Füße platt laufen? Nein! Dann nehmen wir einfach einen Bus, der nach Milas fährt. An der Abzweigung nach Güllük konnten wir ja aussteigen und auf einen Dolmus warten, der aus einer anderen Richtung nach Güllük unterwegs war. So überlegt und getan.
Der Fahrer ließ uns auch an der Abzweigung aussteigen. Wir überquerten die Hauptstrasse und begaben uns zu dem in greller Sonne liegenden Wartehäuschen. Sicherlich brauchten wir nicht allzu lange auf ein anderes Fahrzeug warten, denn der Flughafen war gleich nebenan, auch nach Milas und Alacam mussten Verbindungen bestehen. Und so setzten wir uns in den Schatten.
Polizei2Nach fünfzehn Minuten wurde es meiner Begleiterin langweilig und sie bestand darauf, daß wir schon mal zu Fuß Richtung Güllük laufen sollten. Einen Dolmus könnten wir dann unterwegs anhalten, so ihr Argument. Nur zögerlich willigte ich ein. Immerhin brannte die Sonne mit sicherlich weit über 30° C auf die baumlose Landschaft herab und das Wartehäuschen bot wenigstens etwas Schatten. Also schleppten wir uns die Strasse entlang. Aber kein Dolmus kam. Noch nicht einmal ein anderes Fahrzeug. Die einzigen Verkehrsmittel, die wir sahen, fuhren in die entgegengesetzte Richtung. So auch ein Einsatzfahrzeug der Jandarma (Polizei).
Wir waren bestimmt schon zwei Kilometer in sengender Hitze gelaufen und hatten dabei immer wieder nach hinten geschaut, um ja keinen Dolmus zu verpassen, wenn wir mal ein entferntes Motorengeräusch hörten. Aber es kam nichts! Alle Fahrzeuge die wir hörten, bogen schon vorher ab. Dann vernahmen wir doch noch das Geräusch eines von hinten herannahenden Fahrzeuges. Ich drehte mich um und erkannte das Einsatzfahrzeug der “Jandarma”. Wieder nichts! Also schleppten wir uns weiter. Das Motorengeräusch verstärkte sich und schon fuhr das Fahrzeug an uns vorbei. Aber bereits zehn Meter weiter hielt der Transporter an. Eine Fenster öffnete sich und ein Kopf erschien.
“Güllük?”
Hoffnungsfroh bejahten wir Kopf nickend diese Frage. Und schon öffnete sich die Tür zum Passagierraum. Wir grüßten höflich: “Merhaba.” und nahmen Platz.
Auf dem Weg nach Güllük unterhielten wir uns mit den drei Insassen - unter Zuhilfenahme von Händen und Füssen - über das “woher”, “wie-oft-schon-in-der-Türkei” und “wie-gefällt-es-Euch-in-der-Türkei”. Am Hafen von Güllük verabschiedeten wir uns von unseren staatlichen Taxifahrern schon fast wie von “alten Freunden”.

Der Aktenkoffer ist weg
Ich war mit vier Freunden zu einem Urlaub unter Männern in die Türkei gereist. Aus Hannover kommend, in Antalya gelandet, die Paßkontrolle passiert, standen wir an der Kofferausgabe.aktenkoffer
Am Förderband hielten wir Ausschau nach unseren Gepäckstücken. Plötzlich herrschte helle Aufregung. Der bedeutend aussehende Aktenkoffer - das Bordgepäck - von Günter war weg. Er hatte das teure Stück neben die Absperrung gestellt und sich nur ganz kurz dem Laufband zugewandt. Schon war das inhaltschwere „Reise- Büro“ verschwunden. Fotoapparat, Papiere, und all die Dinge die man(n) am ersten Tag einer Reise ganz dringend benötigt, hatten sich in Luft aufgelöst. Und die Halle war voller hektischer, urlaubsreifer Menschen. Nach kurzer Beratung schwärmten wir aus. Obwohl, außer dem sehr nervös gewordenen Günter, keiner genau wußte, wie sein transportables Büro überhaupt aussah. Jeder Fluggast wurde argwöhnisch beäugt. Aber außer Günter war niemand auf die Idee gekommen, einen Aktenkoffer, wenn auch zweckentfremdet, mit in den Urlaub zu nehmen. Nach schier endlosen Minuten kam Günter dann aber mit der erlösenden Nachricht. Sein lederner Reisebegleiter war am Serviceschalter abgegeben worden. Er konnte mit Hilfe der Codeziffern das Schloß öffnen, den Paß entnehmen und somit seine Rechte als Eigentümer geltend machen. Sein erleichterter Kommentar dazu:
„In Hannover wäre das sicher anders ausgegangen.“
Mit dieser Einschätzung lag er bestimmt nicht daneben.

Weihnachtsstimmung
Unser Trip nach Side über die Weihnachtsfeiertage war spontan und wurde ausgelöst durch ein “last-Minute-Angebot” (179 Euro, AI, sieben Tage in einem 4-Sterne-Domizil). Das konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen!
Uns war bekannt, daß zu Weihnachten kaum für festliche Stimmung gesorgt werden würde. Die Türken feiern (abgesehen von den islamischen Feiertagen) lediglich zu Sylvester ganz groß, ähnlich wie wir. Auch hatten wir erfahren, daß sie - die an der Küste und in den Städten lebenden Türken - dabei auch dem Alkohol zusprachen, denn unser Masseur antwortete auf unsere Frage, was er denn zu Sylvester machen würde, kurz und prägnant: “Saufen!”. Aber Weihnachten ging ihnen völlig am A.... vorbei. Sie kannten zwar Isa (Jesus), tischschmuckaber dessen Geburt zu feiern, lag ihnen ebenso fern, wie uns die Feierlichkeit zum Ramazan bayrami (Zuckerfest, Fastenbrechen).
Trotzdem hatten wir ein charmantes Erlebnis, als ich unserer, eigentlich sonst recht respektlosen Bedienung fünf Euro in die Hand drückte, damit er uns für Heilig Abend einen Tisch frei hielt. Wir wollten am Abend mit einem griechischstämmigen Ehepaar aus Heilbronn und einem indischen Ehepaar aus Hannover in etwas festlicher Stimmung gemeinsam speisen.
Als wir das Restaurant betraten, war sofort zu erkennen, welches unser Tisch war. Er war mit Blüten übersät. Kerzen standen auf dem Tisch. Und er war bereits mit Gläsern, Besteck und Tellern eingedeckt. Gänsebraten oder Karpfen gab es leider nicht, aber in solch einem festlichen Ambiente schmeckte uns sogar das typisch türkische Menü sehr gut.

Man(n) spricht deutsch
Zu einem Kurztrip in Istanbul gehört selbstverständlich auch der Besuch des Topkapi-Palastes. Und so kam es, daß ich mich nach einem Besuch der Hagia Sophia auch vor dem Eingang des Topkapi befand, der von zwei regungslos dastehenden  “Jandarma” oder Soldaten flankiert war. Hätten sie Bärenfellmützen aufgehabt, hätte man glauben können, vor dem Buckingham-Palast zu stehen. Aber ich war ja in Istanbul. Und daher war es auch ganz normal, daß ich von fliegenden Händlern bestürmt wurde.
Einer dieser Strassenhändler wollte mir unbedingt einen Stadtführer aufschwatzen. Er wedelte mit einem Stapel Hefte vor meiner Nase herum und nannte als Preis 10 Euro. Das war natürlich viel zu teuer. Und das gab ich ihm auch zu verstehen. Aber der Knabe ließ nicht locker. Trotz seiner mangelhaften Sprachkenntnisse verstand er zwar, was mich an seinem Angebot störte, ließ aber am Preis nichts nachtopkapi. Genervt wandte ich mich schließlich ab und ging auf den Eingang des Palastes zu.
“Ich will doch nicht Deinen ganzen Bauchladen kaufen!” gab ich ihm noch mit auf den Weg.
Ich durchschritt das große Tor und vernahm plötzlich ganz deutlich folgende Frage:
“Watt denne, wa ditte ßu ville?”
Der Wachtposten rechts von mir schaute mich aus seinen Augenwinkeln an und grinste. Vor Verblüffung über diese unerwartete “Berliner Schnauze” konnte ich nur nicken, bevor ich dann doch laut auflachte.

Uralter Hamam. Ein Genuß?
Meine Partnerin und ich suchten bei jedem unserer Türkeiurlaube nach Wellness-Angeboten. Daher waren wir grundsätzlich an Angeboten interessiert, die uns auch außerhalb der Hotelanlagen offeriert wurden. So suchten wir bei unseren Ausflügen auch häufig öffentliche Badehäuser auf, denn im Gegensatz zu deutschen Saunen oder ähnlichen Wellness-Oasen brauchten wir hier keine Utensilien mitbringen. Im Hamam bekamen wir alles, was für die Zeremonie nötig war.
Während eines Besuches des Bauernmarktes von Milas waren wir wieder einmal total verschwitzt. Da kam uns “spontan” die Idee: „Hamam“. Hier in Milas mußte es doch sicher ein türkisches Bad geben. Und schon erkundigten wir uns bei einem der Strassenhändler. Und richtig, nur ein paar hundert Meter weiter, in einer Seitenstrasse sollte es ein über 500 Jahre altes  „Hamam“ geben. Wir machten uns auf den Weg. Es war wirklich ein altes Gemäuer. Und obwohl nur ein “Hararet” existierte, durften wir beide zusammen den Baderaum betreten.
Im eigentlichen Baderaum trafen wir auf einen jungen Mann, der sich gerade in einer der Nischen der intensiven Körperreinigung hingab. Er war wohl noch sehr genant, denn er zog sich schnell zurück, als er meine Begleiterin erblickte. Dabei hatte sie doch, wie es sich gehörte, ihr „Peştemal“ so sorgfältig um ihren Körper gewickelt, das außer ihren langen Beinen, Schultern, Armen und Kopf nicht viel zu sehen war. Aber hier in Milas war man wohl noch nicht so sehr an Hamam-Touristen gewöhnt.
Kurze Zeit später betrat der „Telak“ den Raum. Dieser grobschlächtige Mann, der bestimmt wie fast alle Masseure in den traditionellen Badehäusern aus Sivas stammte, bat meine Partnerin auf den „Göbektaşi“ und begann mit dem „Peeling“. Er machte es ganz ordentlich. Auch die Körperwäsche mit Schaummassage geriet ganz akkurat. Und nachdem er seine Arbeit vollendet hatte, durfte ich mich auf den Nabelstein legen. Meine Partnerin blieb im Raum, um noch etwas zu relaxen und dabei zuzuschauen, wie es mir erging.
Mein „Peeling“ war noch ganz angenehm. Ebenfalls die Körperreinigung. Aber dann brach es über mich herein. Der Masseur war kein Masseur, sondern ein Catcher. Er dehnte meine Muskeln und Sehnen, daß mir Hören und Sehen verging. Er kniete sich auf meinen Rücken. sodaß meine Rippen mit dem Marmor des Nabelsteines verschmolzen, und riß meine Oberschenkel nach oben, daß es nur so krachte. Er bearbeitet meine Muskeln, als wenn er Ekmekteig kneten würde. Auch meinen Kopf rückte er zurecht, drückte seine Fäuste in meinen Magen und walkte meine Brustmuskulatur, als wollte er mir beweisen, daß nur harte Männer eine Daseinsberechtigung auf Allahs Erden hatten. Meine Partnerin bekam es mit der Angst zu tun und beschwor den Berserker, mich doch bitte ganz zu lassen. Er grinste nur. Er hatte zwar kein Wort verstanden, wußte aber sicherlich, was sie meinte.
Milas-HamamUm es kurz zu machen: Ich habe es überlebt. Zwar mit einigen blauen Flecken, aber ansonsten ohne weitere körperliche Schäden. Aber unter Wellness verstand auch ich etwas anderes.
Im Aufenthaltsraum bekamen wir noch einen Tee und eine “coke” serviert und ließen uns mit der eigenen Kamera fotografieren. Und nachdem ich mir wieder einigermaßen erholt vorkam, zogen wir uns in den Kabinen an, bezahlten insgesamt 16 Euro und verließen dieses altehrwürdige Haus.
Ich war mir sicher, daß unser „Hamam“ - Besuch noch lange Zeit für Gesprächsstoff in den “Kahwe” von Milas sorgen würde. Das Grinsen des „Telak“ werde ich nicht so schnell vergessen.

Obst ist gesund
Unser Hotel bot täglich an der Poolbar zu nachmittäglicher Stunde einen Imbiß an. Und an den Tagen, an Unser Kochdenen wir im Umland unterwegs waren und somit aufs Mittagessen verzichteten, ließen wir uns daher gern vom zuständigen Koch eine kleine Mahlzeit servieren. Da er sich mit der Zubereitung des Snacks sehr viel Mühe gab, drückte ich ihm einmal ein paar Euro Trinkgeld in die Hand.
Von da an hatte er uns immer im Blick, wenn wir an der Pool-Bar auftauchten. Und wenn wir uns an einen der Tische setzten, dauerte es nur wenige Minuten, bis er uns einen Obstteller mit mundgerechten Stücken von Äpfeln, Orangen und Weintrauben servierte. Auch machte er uns immer vorher darauf aufmerksam, wenn er wieder eine frische Portion Lahmacun oder Hamburger auf den Tresen stellen wollte. Somit war ich immer als Erster an der Futterkrippe und konnte dem Gedränge entgehen.

... schon kommt ein großer Bus daher
Wir hatten uns zwar auf eine lange Wanderung eingestellt. Daß sich der Marsch durch die Göynük-Schlucht - inklusive Rückweg - aber so hinziehen würde, hatten wir nicht geglaubt. Dabei war es nicht der Weg durch die sehenswerte Landschaft der eigentlichen Schlucht bis zum Wasserfall, sondern vielmehr der Weg von Alis Café zu unserem Hotel. Hier gab es zwar noch einige Häuser, aber keine weiteren Rastplätze mehr. Und auf einen Dolmus brauchten wir auch nicht hoffen. Diese Strasse führte ja ins Nichts, bzw. nur in die Göynük- Schlucht
Auf dem Hinweg waren wir noch in Begleitung eines anderen Paares aus Deutschland gewesen und empfanden diesen Teil des Weges, aufgrund der regen Unterhaltung als nicht sonderlich weit. Aber jetzt spürten wir unsere Beine und sahen die noch vor uns liegenden Kilometer mit ganz anderen Augen. Außerdem wurde die Zeit knapp und wir befürchteten, im Dunklen und völlig verspätet zum Abendessen ins Hotel zu kommen, als wir hinter uns ein Motorengeräusch vernahmen.Bus
Meine Partnerin drehte sich um, während ich mich weiter unverdrossen am Urstromtal entlang schleppte. Aber der sich von hinten nähernde Reisebus hielt neben uns. Die automatische Tür öffnete sich und der Fahrer bat uns einzusteigen. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen.
Und nachdem wir dem Fahrer erklärt hatten, zu welchem Hotel wir gehörten, fuhr er auch schon los. Er brachte uns bis vor den Eingang. Einen Umweg mußte er allerdings nicht machen, denn der Bus gehörte zum 5-, 6- oder 7-Sterne-Resort “Sun Gate”, dessen riesige Anlage ein paar hundert Meter weiter begann.
In Deutschland hat noch nie ein Bus angehalten, um uns mitzunehmen!

Auch Lkw-Fahrer haben ein Herz
Bei einem unserer Urlaube in der Türkei, wir waren wieder mal in der Nähe von Side, streiften wir wie üblich durch die Gegend. Wir fuhren größere Strecken mit dem Dolmus und wanderten durch die Gassen und Strassen unseres Ausflugsziels. Dabei kam es auch schon mal vor, daß wir nicht immer die Busverbindungen bekamen, die wir uns erhofft hatten. So auch diesmal.
Denn als wir am Dolmus-Parkplatz standen, um zurück zum Hotel zu fahren, gab es keinen Kleinbus der diese Strecke auf dem Plan hatte. Also bestiegen wir ein Fahrzeug, das Richtung Antalya fuhr, in der Hoffnung, an der Tankstelle der D400, bei der Abzweigung, umsteigen zu können. Das hatten wir schon früher so gemacht und es hatte auch funktioniert.
LkwUnser Fahrer hielt an der Tankstelle und wir überquerten frohen Mutes die Strasse. Diese Gegend war ja voller Leben. Hier war ein Urlaubszentrum. Hier fuhren ja ständig Busse hin und her. Also stiefelten wir die Strasse nach Kumköy hinunter, in festem Glauben, daß uns bald ein Dolmus auflesen würde. Aber es kam keiner ( ich dachte bereits an unsere Wanderung in Güllük)! Auch wurde es bereits dunkel und die Strasse besaß keinen Fußweg. Und es kam wirklich kein Dolmus!
Aber es gibt immer wieder Überraschungen in der Türkei! Denn plötzlich hielt ein Baustellen-LKW neben uns. Der Fahrer drückte die Beifahrertür auf und bedeutete uns, einzusteigen. Also kletterten wir nach oben und nahmen auf der Beifahrerseite Platz. Es war nicht gerade bequem und sauber, aber immerhin kamen wir so fast bis vor unser Hotel.

Schon wieder ein Gepäckstück weg
Meine Partnerin und ich standen gerade vor dem Schalter, an dem wir unsere Koffer für die Rückreise aufgeben wollten, als sie bemerkte, daß ihr kleiner Rucksack nicht bei uns war.Rucksack
Beide Koffer da, das Boardcase ebenfalls, aber nicht ihr kleiner Lederrucksack, den sie sich vor wenigen Monaten in Bodrum gekauft hatte. Und in diesem guten Stück hatte sie ihren Paß und natürlich noch ein paar Notgroschen, die sie in der Türkei nicht mehr geschafft hatte auszugeben. Und so gut es ihr in der Türkei auch gefiel: Jetzt wollte sie wieder ausreisen. Aber ohne Paß?
Also, beim Durchleuchten der Gepäckstücke am Eingang und bei der Personenkontrolle war der Rucksack noch da. Also zurück zur Personenkontrolle. Und siehe da, das Teil war in guten Händen.
Man hatte sie bereits namentlich ausgerufen - der Reisepaß !! Aber in der für uns noch immer fremd klingenden Sprache und dem Krach im Flughafengebäude, hatten wir es überhört.
Irgendwie habe ich das Gefühl, daß es das Wort Kriminalität im Türkischen wirklich nicht gibt.

Besuch bei einem Barber (Frisör)
Immer, wenn ich in der Türkei urlaube, besuche ich einen Frisör in der Stadt. Zum Einen, weil es erheblich preiswerter ist als in Deutschland und zum Anderen, weil ich hier wirklich noch Service geboten bekomme.
So ist es ganz normal, daß mir die Haare NACH dem Schneiden gewaschen werden. Daher rieseln später auch keine Haarspitzen mehr aus meiner (noch) vollen Haarpracht. Aber das ist nur ein kleines Detail der vorzüglichen Behandlung. Daher werde ich nun einen Besuch beim “Barber” schildern, wie er schöner und besser nicht sein kann.
Ich betrete also den Frisiersalon und setze mich erst einmal (mit einem fröhlichen “Merhaba” auf den Lippen) in die Sitzgruppe und stecke mir eine Zigarette an (keine Pflicht! Und inzwischen auch in der Türkei verboten). Mit etwas Glück ist auch bald ein Arbeitsplatz frei, an den ich verwiesen werde (man spricht etwas deutsch). Meine weibliche Begleitung wird allerdings in das obere Stockwerk (zum “Kuaför”) komplimentiert.kuaför
Man/n bedeutet mir, daß ich die Zigarette weiter rauchen könne und stellt mir einen Ascher hin. Auch werde ich gefragt, ob ich einen Tee trinken möchte (ich wähle schwarzen Tee, wie es sich gehört).
Nach kurzer Befragung über das “Was soll gemacht werden” wird mein Haupthaar mittels Sprühflasche eingenebelt. Und dann beginnt der Frisör mit seiner Arbeit. Natürlich mit Schere und Kamm. Die Technik mit der mein Haar geschnitten wird, ist bei jedem “Barber” zwar etwas anders, aber letztendlich ist das Ergebnis entscheidend.
Nachdem das Haar die gewünschte Länge erreicht hat, die Übergänge angepaßt und der Nacken rasiert wurde, wird das Haar geföhnt. Erst jetzt sieht mein Haarbändiger, ob alles zu seiner Zufriedenheit ausgefallen ist und wird ggf. noch etwas herumschnippeln. (Zwischendurch wird er mich immer wieder auffordern, an meiner Zigarette zu nuckeln oder einen Schluck Tee zu trinken).
Aber nun kommt es zu einem ganz besonderen Akt. Die Haare in und an den Ohren werden entfernt. Dazu nimmt der Herr des Feuers einen “Schaschlikspieß” aus Draht und befestigt an dessen gebogener Spitze einen Wattebausch, den er mit Alkohol?? tränkt. Das brennt wunderbar geruchlos. Mit diesem brennenden Wattebausch fährt er mir über die Ohren (keine Angst, er verbrennt mich nicht, aber ich rieche danach wie ein frisch abgesengtes Hähnchen!) Jetzt kann er sehr gut selbst kleinste Härchen sehen (schwarze Punkte) und schnippelt die letzten Reste mit einer spitzen Schere ab.
Nachdem er mit seinem Werk zufrieden ist, wäscht er mir den Kopf. Und wenn ich Kopf sage, meine ich Kopf. Denn er wird nicht nur meine Haare waschen, sondern ebenfalls das Gesicht und natürlich auch die Ohren und Ohrmuscheln. Selbstverständlich wird alles wieder schön trocken gerubbelt und meine Gehörgänge werden mit etwas Watte ausgetupft.
Das Trocknen der Haare steigert sich in eine vorzügliche Kopf- und Nackenmassage, die mein “Barber” bis in die Arme und Hände ausdehnt. Herrlich entspannend!
Zum Abschluß - nach dem Föhnen - bekomme ich noch etwas Gel in das Haar, welches dann noch zurechtgezupft wird. Ein Blick in den Spiegel zeigt mir dann die perfekte Silhouette.
Für diese - für uns Westeuropäer - einmalige Dienstleistung zahle ich anschließend 5 Euro, inkl. “Kuaför” im 1. OG 13 Euro.
Ich muß sicherlich nicht betonen, daß meine Partnerin und ich nicht nur mit der Behandlung zufrieden waren, sondern auch mit dem tadellosen Schnitt, wie sich nach der ersten Haarwäsche herausstellte.

Unbekümmert durch die Berge
Bei einer unserer Touren durch die reizvollen Berge hinter Avsallar bekamen wir Bedenken, daß die Nacht über uns herein brechen konnte. Das wollten wir in dem uns unbekannten Gelände unbedingt vermeiden. Außerdem war unser Kartenmaterial äußerst ungenau. Daher suchte ich in Gündogmus nach einem kürzeren Weg zurück nach Avsallar.
Aufgrund fehlender Straßenschilder verließ ich mich auf meinen inneren Kompaß und befuhr eine gut ausgebaute Straße in die Richtung, in der ich Avsallar vermutete. Vor mir ein mit zwei Personen besetztes Krad. Demnach befand ich mich also auf einer Straße, die mich weiterbringen würde.
Nach etwa 5 Kilometern erreichten wir eine Abzweigung an der der Kradfahrer abbog. Ich fuhr den gut befestigten Weg weiter geradeaus. Durch viele Kurven und Serpentinen lenkte ich unseren “Clio” hinab ins Tal. Der Weg wurde immer schlechter. Und nachdem uns bereits ein paar entgegenkommende Fahrzeuge angeblinkt hatten, bekamen wir doch Bedenken. Also wurde bei der nächsten Gelegenheit gewendet.
Aber aufgeben wollte ich nicht. Also nahm ich auch die Abzweigung unter meine Räder, an der der Kradfahrer sich verabschiedet hatte. Aber auch hier wurde der Weg immer schmaler und schlechter. Wir rumpelten über einen Waldweg. Die Sonne verschwand schon hinter den nahen Bergrücken und ich mußte in der Dämmerung das Fahrlicht einschalten. Kurven, Kurven, Kurven. Immer am Steilhang entlang. Aber sicher würde bald ein Ort auftauchen, in dem wir wieder auf vernünftige Straßen treffen würden. Nach etwa 6 Kilometer Schleichfahrt sah ich in einer engen Kurve unsere Kradfahrer stehen, die uns mit heftigen Armbewegungen aufforderten, anzuhalten. Dank unserer Scheinwerfer hatten sie uns wohl schon von weitem kommen sehen, angehalten und auf uns gewartet.
Die beiden Männer sprachen kein Wort deutsch und wir kein türkisch. Trotzdem konnten uns die Wegelagerer verständlich machen, daß wir auf diesem Weg nicht weiter kommen würden. Und erst recht nicht nach Avsallar. Der Weg würde immer schlechter und selbst einem Jeep nicht mehr zumutbar. Daher gäbe es für uns nur eine Möglichkeit: Umkehren!Schotterpiste
Mit Hilfe der beiden Ureinwohner gelang es mir auch mit viel vor und zurück auf dem schmalen Weg zu wenden. Wir verabschiedeten uns herzlich von den beiden Helfern und schlichen zurück nach Göndogmus.
Im Ort, es war jetzt wirklich schon dunkel, entdeckten wir eine Tankstelle. Hier nahm ich noch ein wenig Sprit an Bord und erkundigte mich bei dem Tankwart (natürlich mit Händen und Füßen) nach der weiteren Wegstrecke, die wir auch in der Dunkelheit problemlos bewältigten.
Diese spontane Hilfsbereitschaft erlebten wir auch bei einer anderen Tour, als wir wieder einmal weitab von den Hauptstrassen durch die Berge hinter Alanya fuhren.
An einer landschaftlich reizvollen Stelle hielten wir damals an, um ein paar Fotoaufnahmen zu machen und den weiteren Straßenverlauf zu erkunden. Denn auch dieser Weg wurde recht holperig. Außerdem gab es vor uns eine Abzweigung, die aber wohl nur in das kleine Dorf führte, welches wir rechter Hand im Tal einsehen konnten.
Und es dauerte nicht lang, bis wir einen Pkw aus dem Dorf heraufkommen sahen. Das Fahrzeug hielt bei uns und der Fahrer bot uns seine Hilfe an. Da er sogar ein paar Brocken deutsch verstand, konnten wir ihm begreiflich machen, daß wir uns nicht verfahren hatten. Trotzdem vergewisserten wir uns bei ihm, daß wir auf dem richtigen Weg waren. Danach wendete er sein Fahrzeug und fuhr zurück in das Dorf.

Als wir die Betten zusammenschoben
Eine Eigentümlichkeit in türkischen Hotels ist, daß in den Doppelzimmern die Betten häufig getrennt arrangiert werden. Aber selten ist eines der Betten groß genug, um zwei Personen für die Nacht genügend Platz zu gewähren. Wer nun aber unbedingt den Körperkontakt und die Nähe seines Partners braucht, um einschlafen zu können, wird diesem Mißstand bald abhelfen wollen. Denn wer ist schon darauf erpicht, mitten in der Nacht schlaftrunken das Bett zu wechseln, um nun bequem weiterschlafen zu können.
BettenherzWir haben uns wegen dieser Eigentümlichkeit nie einen Kopf gemacht. Einer unserer ersten Amtshandlungen war dann auch, die Betten einfach zusammenzuschieben. Und diese Maßnahme hatte obendrein noch den Vorteil, daß das Zimmer dadurch geräumiger wurde. Daß es unser “Zimmermädchen” dadurch etwas schwieriger haben würde, war uns schon bewußt. Aber da wir ihr bereits nach der ersten Nacht ein paar Euro-Münzen und die “lila” Schokolade auf das Bett legten, hatten wir wegen des geringen Mehraufwandes kein schlechtes Gewissen..
Im Washinton Resort, Manavgat Strand, hatten wir uns mit dem Zusammenschieben aber, aus welchen Gründen auch immer, eine Nacht Zeit gelassen. Und unsere Betten wurden bis dahin, wie immer, sehr kreativ dekoriert. Aber als wir am Tag nach dem Umbau unser gereinigtes Zimmer betraten, erlebten wir eine nette Überraschung. Die Decken waren herzförmig gefaltet und mit Blüten geschmückt.
Ob es für diese Art des Bettenmachens spezielle Lehrgänge in der Türkei gibt?
Weitere Beispiele für die Kreativität der Zimmermädchen:
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© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015