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Ober- und Mittelfranken

Eigentlich hätte diese Seite aus mehreren Unterabschnitten bestehen müssen. Aber erst während der Erstellung habe ich festgestellt, wie viel es über das Dreieck Nürnberg – Bamberg – Bayreuth zu berichten gibt.
Aber man muß ja nicht nur ein paar Tage dort verbringen, denn, wenn man diese Region kennenlernen will braucht es schon mehrere Urlaube und Wochenendtrips.
Schon allein für Bamberg reicht ein Wochenende nicht, wenn du alle Brauereien besichtigen und deren Biere probieren, sowie den Dom, die Altstadt und andere Sehenswürdigkeiten besuchen möchtest.
Die „Sieben-Hügel-Stadt“ Bamberg ist in Oberfranken das wichtigste Zentrum. Bekannt ist der Ort für seinen großen unversehrten historischen Stadtkern – er repräsentiert eine mitteleuropäische Stadt mit mittelalterlicher Grundstruktur. 1993 wurde die Altstadt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Darüber hinaus ist die Stadt bekannt für ihre Biertradition.
Die gut erhaltene Altstadt hat mehr als 2.400 denkmalgeschützte Häuser, man findet Kirchen und Bürgerhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, enge Gassen, romantische Häuserfassaden und mittelalterliches Flair. Auch die wohl bekanntesten Bauten Bambergs liegen in diesem Bezirk: der Kaiserdom, die Neue Residenz und die Alte Hofhaltung.
„Klein Venedig“ wird in Bamberg die ehemalige Fischersiedlung genannt. Entlang dieser idyllischen Häuserzeile sind winzige Gärten mit Anlegestellen für die Kähne.
In Bamberg sind heute noch neun Privatbrauereien ansässig und in der Umgebung kann man mehr Brauereien als sonst wo auf der Welt finden. Bamberg hat als Bierstadt eine lange Tradition; der erste urkundlich belegte Bierausschank ist vom Jahr 1093. 1122 wurde die erste urkundlich erwähnte Erlaubnis zum Bierbrauen an die Benediktiner auf dem Michelsberg vergeben. An diesem Ort befindet sich heute das Fränkische Brauereimuseum. Eine Spezialität der Brauer in Bamberg ist das dunkle Rauchbier
Überhaupt ist Franken für sein Bier bekannt. Der Bezirk Oberfranken besitzt die höchste Brauereidichte Deutschlands und der ganzen Welt. In Franken befinden sich daher die meisten Brauereien Bayerns. Aber eine Vielzahl derer sind jedoch recht klein.
Traditionell wird in Franken das Bier direkt am Felsenkeller getrunken. In Abgrenzung zu anderen bayerischen Gebieten werden Steinkrüge von einem halben Liter Volumen, genannt Seidla, bevorzugt. Die beiden ältesten, noch aktiven Brauereien Frankens sind die Klosterbrauerei Weißenohe und die Brauerei Wurm, beide aus dem 12. Jahrhundert.
Aber richtig anstrengend wird es, wenn du die traditionelle fränkische Küche durchprobieren willst: regional typischen Wurstsorten (z. B. blaue Zipfel - “Zipfl”, fränkische Bratwürste - “
Broudwärschd
”), Baggers” - Reibekuchen, Graudwiggala” - Kohlrouladen, Karpfen und Schweinefleisch (z. B. das Schäufala oder die Schlachtplatten). Wichtige Beilagen sind Kraut und natürlich Klöße - Gläis” oder Knödel - “Gniedla”

Bayreuth bietet mit dem Markgräflichen Opernhaus das wohl schönste erhaltene Barocktheater Europas. Seit 2012 zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe und 2014 wurde es erstmals auf die Liste der TOP-100 Sehenswürdigkeiten in Deutschland gewählt. Reizvolle Schlösser, die historische Parkanlage Eremitage mit ihren verträumten Grotten und Wasserspielen, das Festspielhaus mit seiner einzigartigen Akustik sowie eine Vielzahl interessanter Museen erwarten den Besucher. Zahlreiche Musik- und Theaterfestivals bieten Kulturgenuß auf höchstem Niveau.
Die hügelige Landschaft der Frankenlandes mit vielen Taleinschnitten sowie die zentrale Lage im deutschen Kulturraum begünstigten schon seit dem frühen Mittelalter die Anlage von Burgen in Franken. Aber auch die starke Zersplitterung Frankens in viele kleine Territorien begünstigte den Bau von Burgen und Schlössern, da jeder Landesherr damit seine Macht demonstrieren oder festigen wollte. Und eine Vielzahl dieser Burgen, Schlösser und Ruinen findest du in der Fränkischen Schweiz.

Der Naturpark Fränkische Schweiz liegt im Städtedreieck Bayreuth - Bamberg - Nürnberg und reicht somit von der Mitte bis zum Süden Oberfrankens. Geprägt ist dieser Landstrich durch Hügelketten und steil abfallende Flußtäler. Bekannt sind die vielen Höhlen, wie z.B. die Teufelshöhle bei Pottenstein, und Felsen, die ideale Bedingungen für Kletterer bieten. Das Zentrum der Fränkischen Schweiz ist der Ort Gößweinstein, in Aufsess hat man die größte Brauereidichte der Welt (nach Einwohnern) und vor den Toren der Stadt Bamberg liegt bei Litzendorf, Memmelsdorf, Strullendorf die Wandergegend "Fränkische Toskana".

Nürnberg – auf fränkisch „Nämberch“
Die Nürnberger Altstadt ist eingerahmt von Stadtmauern - im Süden die Frauentormauer, östlich die Spittlertormauer und Neutormauer die nördlich an der Kaiserburg in die Vestnertormauer und Maxtormauer übergeht. Östlich dann die Laufertormauer, die Marientormauer und die Königstormauer. Die Pegnitz durchquert die Altstadt. Nördlich der Pegnitz ab dem Hauptmarkt beginnt der Burgberg. Ganz oben thront die Kaiserburg. Von hier oben hat man einen schönen Blick über Nürnberg. Nette Gassen findet man an der Pegnitz beim Trödelmarkt und auf dem Burgberg.
Das Wahrzeichen der alten Reichsstadt Nürnberg ist aber die alte Kaiserburg. Kaiser Friedrich I. Barbarossa und seine Nachfolger bauten eine der größten und prächtigsten Burganlagen des Reiches. In dieser Burg wohnten von 1050 bis 1571 zeitweise alle Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und sie war eine der bedeutendsten Kaiserpfalzen im Mittelalter. Die Kaiserkapelle ist aus der frühesten erhaltenen Bauzeit um 1200 und somit der bedeutendste Raum der Burg.
Täglich findet auf dem Hauptmarkt der Obst- und Gemüsemarkt statt. Auch andere Veranstaltungen wie die Spargeltage, der Frühjahrs- und der Herbstmarkt kann man hier finden. Am Rande des Hauptmarkts direkt neben dem Nürnberger Rathaus befindet sich der bekannte Schöne Brunnen. Er ist ca. 19 Meter hoch, hat die Optik einer gotischen Kirchturmspitze und weist 40 farbig bemalte Figuren auf vier Stockwerke verteilt auf, die das Weltbild des Heiligen Römischen Reiches darstellen: die Sieben Freien Künste, Philosophie, vier Evangelisten, vier Kirchenväter, sieben Kurfürsten, neun Helden, Moses und sieben Propheten.  Erbaut wurde der Schöne Brunnen von 1385 – 1396 von Heinrich Beheim - leider ist das Original nicht mehr vollständig erhalten und seine Reste befinden sich heute im Germanischen Nationalmuseum. Auf dem Hauptmarkt selbst ist eine etwa 100 Jahre alte Kopie des Schönen Brunnens zu sehen. Bekannt sind die drehbaren Ringe im Gitter um den Brunnen, der Messingring auf der südwestlichen Seite gilt als Glücksbringer – laut Sage wird derjenige, der daran dreht mit Nachwuchs gesegnet.
Der weltbekannte Nürnberger Christkindlesmarkt am Hauptmarkt findet immer vom Freitag vor dem ersten Advent bis zum 24. Dezember statt. Eröffnet wird der Markt vom Nürnberger Christkind, das von der Frauenkirche aus seinen berühmten Prolog verkündet.
Von den Türmen und der Stadtmauer umgeben findet man gegenüber vom Hauptbahnhof den Handwerkerhof. Dieses „kleine Dorf“ bietet traditionelle Handwerkskunst und fränkische Gastronomie an. Hier wird zum Bummel eingeladen – in bildschönen Fachwerkhäuschen haben die verschiedenen Handwerker ihre Werkstätten eingerichtet. Zu finden sind Töpfer, Zinngießer, Ledermacher, Gold- und Silberschmied, Lebkuchenbäcker, Glasschleifer und Puppenmacher. Hier können Sie Blechspielzeug, Holzspielzeug und anspruchsvolle Kunstgewerbe kaufen.
Andere Unternehmungen wären Führungen durch das unterirdische Nürnberg oder ein Besuch des Germanisches Nationalmuseums und des Spielzeugmuseums.
Aber wer von Nürnberg spricht, vergißt auch nicht die weltbekannten Nürnberger Lebkuchen, deren Rezeptur seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bekannt ist.
Und niemals vergessen werden darf das „Reichsparteitagsgelände“. Das ehemalige NS-Gelände liegt im Süden von Nürnberg. Hier befinden sich die Zeppelintribüne, die Große Straße und die seinerzeit geplante Kongresshalle am Dutzendteich. Hier finden auch regelmäßig Rennen zur DTM auf dem Norisring statt.
Aber auch das Umland ist einen Besuch wert. Sei es der Biergarten am Bruckkanal - wo der 1841 eingeweihte “Ludwig-Donau-Main-Kanal” die Schwarzachschlucht überquert; die Stauseen des Brombachspeichers - die als Wasserreservoir für den Rhein-Main-Donau-Kanal angelegt wurden - oder die Städte Erlangen und Forchheim. In Forchheim ist besonders der Besuch des Annafestes (Bierkeller und Steckerlfisch) zu empfehlen. Fahrgeschäfte sind nur zweitrangig.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015