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Erstbesucher

Eine Fahrt zum “Green Canyon” - auf eigene Faust
Mir fiel auf, daß vom Reiseveranstalter sowie von den örtlichen Reisebüros eine Tour zum “Green Canyon” neu im Angebot war. Auf Nachfrage wurden ich auch gewahr, wo sich dieses “Green Canyon” befand: Oberhalb des Manavgat Wasserfalls. Und es handelte sich dabei um den großen Manavgat-Stausee.
Da ich inzwischen auch mal ganz gern auf eigene Faust Unternehmungen starteten, waren wir uns einig, diese Tour mit einem gemieteten Fahrzeug zu unternehmen. Gesagt, getan. Bei dem örtlichen Vermieter im Eftalia Resort buchten wir einen nicht mehr ganz taufrischen Jeep und nutzten einen nicht so heißen Tag für diese Exkursion.
Gleich nach dem Frühstück fuhren wir ab. Vorher hatten wir noch Urlaubsbekannte, ein Ehepaar aus England, zur Mitfahrt animieren können.
Green CanyonWir fuhren auf der D400 von Türkler, über Avsallar nach Manavgat. Bereits am Ortseingang war der Weg zum Manavgat Şalalesi (dem touristisch voll erschlossenen Wasserfall) ausgeschildert. Und an dieser Touristenfalle mussten wir vorbei.
Da wir Debby und Peter dabei hatten, war ein Besuch dieses Kataraktes natürlich unumgänglich. Zwei Euro (oder 2 YTL !!) Eintritt pro Person. Aber der Anblick dieser über etwa zwei Meter hinabfallenden Wassermassen war es wert. Nicht wert waren es die zwei Euro für einen “Becherchen” Orangensaft. Aber dafür war der Toilettengang unentgeltlich.
Kurz darauf fuhren wir auch schon flußaufwärts weiter. Überquerten einige Male den Manavgat Cayi und erreichten nach etwa 8 km die Ortschaft Oymapinar, welche dem großen Stausee seinen Namen gab. Von hier sahen wir bereits die ersten Ausläufer des “kleinen Stausees”.
Wir blieben nicht auf der Durchgangsstrasse, sondern bogen rechts ab, um uns mehr von diesem See anzuschauen. Die Fahrt ging quer durch den Ort und über Feldwege (wir hatten ja einen Jeep unter den Hintern) einem weit entfernt liegenden herrschaftlichen Anwesen entgegen. Es schien ein Hotel zu sein. Wir passierten das Gebäude und fuhren den Weg weiter voran, in der Hoffnung, um den ”kleinen Stausee” (Manavgat Baraji) herumfahren zu können. Er wurde aber nicht besser, sondern immer holperiger. Daher hielten wir auf einer großen Wiese an und bewunderten die sehenswerte Landschaft. Nach einigen Fotoaufnahmen begaben wir uns dann wieder auf den Rückweg zum Ort.
Dort angekommen, nahmen wir wieder die befestigte Strasse unter die Räder und erreichten nach einigen Kilometern die Einfahrt zum Wasserkraftwerk. Hier durften wir für den Jeep und uns eine geringe Eintrittsgebühr entrichten und schon ging es über eine geteerte Strasse weiter zum Staudamm, der auch schon bald vor uns auftauchte. Die Staumauer ist 360 m lang und 157 m hoch und der dahinter liegende “große Stausee” (Oymapinar Baraji) eine Speicherkapazität von 300 Mio. m³. Er wurde 1984 zur Trinkwasserversorgung und Energiegewinnung errichtet.
Wir überquerten den Manavgat Cayi und gerieten an eine Wegegabel. Nach links führte ein Schotterweg in Serpentinen zum Scheitel der Staumauer, den unser Jeep auch ohne Probleme bewältigte. Oben angekommen, war das Fotoshooting natürlich Pflicht. Und die grandiose Aussicht war es auch wert, im Bild festgehalten zu werden.Oymapinar Staudamm
Dann ging es weiter durch einen Tunnel und danach immer am Hang entlang. Die Schotterpiste bot nur wenige Ausweichstellen für entgegenkommende Fahrzeuge. Aber auf der etwa 2,5 Kilometer langen Strecke bis zum Bootsanleger und Ausflugslokal kam uns “Allah sei Dank” niemand entgegen.
Am Endpunkt angekommen überraschte uns der Anblick von etlichen Bussen, die vollgepackt mit Touristen ebenfalls den Weg bewältigt hatten. Angesicht der Massenabfertigung verzichteten wir auf eine Bootstour und den möglichen Imbiß. Der Preis für ein Bier (3 Euro) und Zigaretten (4 Euro) war uns Wucher genug.
Von einem Busfahrer erfuhr ich, daß es von hier nicht weiter ging. Selbst für einen Jeep war der weitere Weg nach einigen hundert Metern zu schmal. Daher machten wir uns wieder auf den uns schon bekannten Rückweg. Diesmal befuhr ich aber nicht die Brücke über den Fluß, sondern nahm die geteerte Strasse in die andere Richtung unter die Räder.
Wir durchfuhren sehenswerte Gegenden, durchquerten Cakiroglu und kauften in Sariimami zwei Schachteln Zigaretten für 1,50 Euro. Vor der Ortschaft Aksaz Köyü entdeckten wir per Zufall eine Straußenfarm, die gleichzeitig als Freizeitpark (Menschen, Tiere, wenig Sensationen) fungierte. Da noch früh in der Saison konnten wir vom Kamelreiten, einer Eselsafari und dem Straußreiten sowie den diversen anderen Attraktionen noch nichts erkennen, aber hier kamen wir endlich zu unserem halbwegs preiswerten Imbiss: Gözleme und Ayran. Natürlich schauten wir uns auch auf dem Gelände um und betrachteten die Gehege mit unterschiedlichem Getier. Selbstverständlich Strauße, aber auch Pfauen, Ziegen, div. Hühner und Enten, Esel, und, und, und. Von der Terrasse des “Restaurants” hatten wir einen herrlichen Blick auf das am Horizont liegende Mittelmeer und erkannten sogar die Ortschaft Kizilagac. Der Blick auf Manavgat war leider durch einen Berg versperrt. Diese Farm wäre für Urlauber mit Kindern sicher einen Ausflug wert.
Und weiter ging es, der Teerstrasse folgend, der Küstenstrasse entgegen. Wieder die D400 vor unserem Kühler richtete ich unser Fahrzeug gen Avsallar. Allerdings nicht ohne den Umweg zur Karawanserei Alara han. Denn unseren Mitfahrern Debby und Peter wollte ich diese Sehenswürdigkeit (nebst Burg auf dem Gipfel) nicht vorenthalten.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015