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Istanbul - Historisches neben Moderne

Istanbul
faszinierte mich wegen der interessanten Mischung aus orientalischer und abendländischer Kultur. Liegt die Stadt doch auf zwei Kontinenten: Europa und Asien. Dazwischen der Bosporus. Eine weitere Meerenge, das Goldene Horn, spaltet wiederum das europäische Teil von Istanbul in ein nördliches und ein südliches Viertel.
Im südlichen europäischen Bezirk liegen Eminönü, Sirkec, Sultanahmet, Cagaloglu, Beyazit und Kumkapi, das Alt-Istanbul. Hier stehen die meisten der berühmten historischen Gebäude wie zum Beispiel die Blaue Moschee, die Süleymaniye Moschee, der Topkapi Palast und die Hagia Sophia sowie ein Verkehrsmittel der Moderne: eine Strassenbahn, die nur im alten Viertel verkehrt.
istanbul_mapIstanbul hatte eine bewegte Geschichte: Bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt gegründet. Damals trug sie den Namen Byzanz. Begünstigt durch die zentrale Lage entwickelte sich Byzanz allmählich zu einer blühenden Handelsmetropole. Nachdem die Stadt dem Römischen Reich beitrat, wurde Byzanz ca. 330 v. Chr. vom römischen Kaiser Konstantin zur Hauptstadt ernannt. Die Stadt hieß zunächst „Neues Rom“, wurde dann aber in Konstantinopel umbenannt. 
Nach der Teilung des Römischen Reiches gehörte Konstantinopel zum Byzantinischen Reich und blieb weiterhin das politische und kulturelle Zentrum der Region. Später eroberten die Kreuzritter Konstantinopel und etablierten das Christentum.
Später erlebte Konstantinopel einen Niedergang, bis die Osmanen die Stadt eroberten, sie zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches machten und ihr den Namen Istanbul gaben. Zu der Zeit begann ein erneuter Aufstieg dieser Region.

Auf Grund dieser Geschichte verwundert der Reichtum an historischen Monumenten nicht. Auch verfügt die Stadt über mehrere Universitäten, was der Grund dafür ist, daß viele junge Leute aus dem ganzen Land hierher ziehen.
Aber Istanbul ist nicht nur ein kulturelles, sondern gleichzeitig ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum der Türkei. Mit bereits über zehn Millionen Einwohnern zählt Istanbul zu den größten Städten der Welt und ist um ein Vielfaches größer als die Hauptstadt Ankara. Durch die direkte Lage am Schwarzen Meer und die Verbindung zum Mittelmeer konnte sich Istanbul zu einer wichtigen Handels- und Industriemetropole entwickeln. 
Es wird ganz deutlich, welche kulturelle Bedeutung Istanbul seit Jahrhunderten zukommt. Man findet in der zweitausend Jahre alten Stadt eine sehr kunstvolle Architektur von prächtigen Moscheen und Palästen. Auch der Große Basar läßt seine Besucher ein Flair wie in 1001 Nacht erleben. Neben den weit über tausend Jahre alten Bauwerken, wie der berühmten Hagia Sophia, gibt es in Istanbul auch die Architektur der modernen Welt. Dieser Kontrast von Alt und Neu sowie von westlicher und orientalischer Kultur verleiht Istanbul eine gewisse Einzigartigkeit.
Der moderne Stadtteil Beyoglu im nördlichen europäischen Teil von Istanbul stellt den Gegensatz zum historischen Stadtteil dar. Hier gibt es Bürogebäude, Hotels, Restaurants sowie natürlich zahlreiche Geschäfte. Die Hauptgeschäftsstraße ist die Istiklal Caddesi. Diese Strasse führt vom Taksim Platz in Richtung Galata Turm. Tagsüber kann man hier flanieren und shoppen, abends zum Essen gehen, danach eine Bar aufsuchen und sich schließlich ins nächtliche Getümmel der Discos stürzen. Beyoglu ist nicht nur ein modernes Geschäftsviertel, sondern auch eine noble Wohngegend.
Eine weitere Adresse für den Einkauf von Markenkleidung ist der Ortsteil Şişli. Hier findest du kleine, aber exquisite Boutiquen mit echter Markenware in rauhen Mengen. Nicht umsonst ist die Türkei und besonders Istanbul die Schneiderwerkstatt Europas.
Mit vielen guten Hotels ist Istanbul zudem gut auf Besucher vorbereitet. Viele international bekannte Hotelketten haben in Istanbul ihre Hotels eröffnet. Du findest daher Hotels der Luxusklasse, wie auch wesentlich günstigere Unterkünfte. Eine umfassende Auswahl der über 400 Hotels, Apartments und Pensionen in Istanbul findest du sicher im Internet oder über dein Reisebüro.
Istanbul befindet sich außerdem inmitten einer schönen Umgebung: Südlich von Istanbul liegt das Marmara - Meer mit Badeorten wie Bandirma, Bursa und Mudanya. Das Schwarze Meer im Norden hat ebenfalls einige beliebte Urlaubsorte. Die Strände der beiden Meere laden die Ausflügler zum Baden oder zur Entspannung bei einem ausgedehnten Spaziergang ein, um dann wieder erholt ins lebendige Istanbul zurückzukehren.

Istanbul  - Tag 1
Die "Perle am Bosporus" wird sie ja genannt - die ehemalige und immer noch heimliche Hauptstadt der Türkei. Die vielen Namen die Istanbul im Laufe seiner Geschichte trug, spiegeln ihre lange Besiedlungsgeschichte wieder. Mehr als 120 Kaiser und Sultane regierten hier. Und immer noch ist Istanbul die bedeutendste Stadt der Türkei. Wo Okzident und Orient aufeinander treffen, gibt es für mich sicherlich viel zu entdecken. Aus diesem Grund habe ich mich zu einen Kurztrip (3 Tage) nach Istanbul begeben. Und das war auch gut so! Bisher kannte ich ja nur die Feriengebiete (längst noch nicht alle!!) an Ägäis und Riviera. Und da ich die Türkei als Urlaubsland schätze, sah ich meinen Istanbulbesuch als Pflichtprogramm. Nach diesen drei Tage kann ich mich wahrlich nicht als Kenner bezeichnen. Auch habe ich ganz sicher nicht alles gesehen, was man sehen sollte. Aber ich habe soviel als möglich im Bild festgehalten.
Zu den Sehenswürdigkeiten war es von meinem Hotel aus nicht weit und einige habe ich auch gut zu Fuß erreichen können. Der erste Ausflug führte, da ich ja im alten “Stambul” nächtigte, zum größten, überdachten Basar (der Welt??) und zum asiatischen Teil der Stadt. Dazu mußte ich natürlich zu den Fähranlegern am “Goldenen Horn”. Ein Brötchen mit Bratfisch ist dort einfach Pflicht.
Also stapfte ich los. Entlang der Hauptstrasse - immer der Strassenbahn folgend - sah ich auch bald einen der Eingänge zum Basar.
Der Große Basar (Kapali Çarsi) aus dem Jahre 1461 ist der größte Markt seiner Art in der Türkei. Nicht nur um einzukaufen, auch der Bummel durch die vielen tausend Läden, Cafés und Restaurants ist sehr zu empfehlen, da man hier das typisch orientalische Flair erlebt: Marktschreier, Feilschen, den Geruch orientalischer Gewürze und Menschenmassen.
Ich landete in einem Bereich in dem es Metallwaren aller Art gab. Angefangen von Küchengeräten aus Kupfer und Zink, über schmiedeeiserne Gartentore und Fenstergitter bis zu Schrauben, Nägel und Hufeisen. Ich drängelte mich durch die vielen Gassen mit Textilien und schlenderte an unzähligen Goldgeschäften vorbei. Ich roch den Duft aus 1001 Nacht an den vielen Ständen mit Gewürzen und Aromen aller Art. Die einzelnen Läden quollen über mit Lederwaren, Koffern und Teppichen. Hier im Großen Basar gab es wirklich alles. Nützliches und unnützen Kram. Auch für das leibliche Wohl war in ausreichendem Maße gesorgt. Aber nichts war mit Preisen ausgezeichnet (außer an den Kebapci und Kahvehane). Hier war kräftiges Handeln angesagt.
Irgendwie fand ich in all dem Gewirr und Gewusel wieder einen Weg nach draußen und befand mich wiederum inmitten von Händlern aller Sparten. Hier, vor dem Basar waren z. B. die Textilien qualitativ schlechter, aber auch preiswerter.
Umringt von lautstarken Strassenhändlern, die mir Zigaretten und Stadtpläne andienten, erreichte ich schließlich den Vorplatz der Yeni (Neuen) Moschee. Mit dieser “Tauben-Moschee” (weil hier Tauben gefüttert werden, wie auf dem Marcus-Platz) im Rücken holte ich mir von einem der schwimmenden Bratfisch-Stationen einen Imbiß und enterte dann eine der Fähren nach Üsküdar. Dieser schwimmende Omnibus brachte mich sicher durch das Schiffsgewusel nach Asien. Vorbei am Mädchenturm, der auf einer winzigen Insel stand. In Üsküdar schlenderte ich durch die Gassen und suchte mir ein nettes Lokal mit Ausblick, um das Wetter, das Essen und die Getränke zu genießen.
Mädcheninsel: “Der Sage nach hatte ein Sultan seine Tochter auf die Mädcheninsel verfrachtet, weil ihm geweissagt wurde, dass er sie durch einen tödlichen Giftanschlag verlieren würde. Die Vorsichtsmaßnahme war aber umsonst, denn in einem Obstkorb gelangte eine Giftschlange auf die Insel und vollzog die Weissagung.”
Nach der Rückfahrt mit der Fähre fuhr ich einen Teil des Weges mit der Strassenbahn und entstieg derselben in der Nähe des Großen Basars. Denn nun hatte ich ein ganz spezielles Objekt im Auge. Ich besuchte DAS Hamam überhaupt: Cemberlitaş.
Einen ganzen Tag durch die Gegend geschlappt. Seit Monaten nicht mehr in einem Hamam gewesen. Da musste mich so ein altehrwürdiges Türkisches Bad doch einfach magnetisch anziehen. Und der Bau war (von innen) wirklich eine Pracht. Aber meine Begegnung mit dem “Telak” kann ich nur vergleichen mit meinem Besuch im Hamam von Milas und dem dortigen Erlebnis. Trotzdem sollte so ein Hamam-Besuch für jeden Touristen zum Pflichtprogramm gehören.
Am Abend bin ich in den Stadtteil Kumkapı spaziert. Dieser Stadtteil (nur ein paar Gehminuten von meinem Hotel entfernt) ist für seine Fischrestaurants berühmt. Nach einer Vorspeise ("meze") mit gefüllten Weinblättern, Kichererbsenpüree und Sesampaste schafft ein Glas Rakı Platz im Magen. Und der wurde dringend gebraucht für etwa zwei bis drei weitere Gänge.

Den 2. Tag in Istanbul habe ich mit der Besichtigung historischer Bauwerke vollgepackt. Blaue Moschee (Sultan-Ahmed-Moschee), Hagia Sofia, Süleymaniye Moschee und Topkapi Palast. Also Kultur bis zum Abwinken.
Da ich bestimmt viel herum laufen würde, nahm ich die Strassenbahn, die mich bis in die Nähe des Hippodrom brachte. Von dort spazierte ich durch den Sultan-Ahmet-Park und bewunderte die “Blaue Moschee” schon mal von außen. Aber erst einmal betrat ich die Hagia Sofia.
Die Hagia Sofia, wie man sie heute bewundern kann, stammt bereits aus dem 6. Jahrhundert. Schon vor dieser Zeit stand an dieser Stelle eine Kirche, die allerdings zerstört wurde. Kaiser Justinian ließ dann um 530 die Hagia Sophia erbauen. Dieses fast 1.500 Jahre alte Bauwerk ist die wohl schönste und bekannteste Sehenswürdigkeit in ganz Istanbul. In ihr fand zur Zeit des byzantinischen Reiches die Krönung der Kaiser statt. Außerdem war die Hagia Sophia damals die Hauptkirche, bevor sie im Osmanischen Reich als Moschee genutzt wurde. Seit 1934 ist die Hagia Sofia allerdings ein Museum (aber es gibt Bestrebungen - von Islamisten - die Hagia Sofia wieder in eine Moschee zurückzuführen).
Im Mittelpunkt der Hagia Sofia steht ihre riesige Kuppel. Sie überspannt einen großen quadratischen Raum. An diesem Mittelbau gliedern sich mehrere Seitenräume, die ebenfalls überkuppelt sind, sich der Dominanz der Hauptkuppel aber unterordnen. Als die Hagia Sofia zur Moschee umgestaltet wurde, bekam sie die vier markanten Minarette an den Ecken des quadratischen Grundbaus. Damit erhielt sie ihre heute so markante Silhouette.
Wieder am Ausgang, wandte ich mich nach links und ging schnurstracks zum Eingangsportal des Topkapi Palastes. Bevor ich diesen aber betreten konnte, hatte ich noch ein nettes Erlebnis. Das kannst Du hier nachlesen.
Als Istanbul noch zum Osmanischen Reich gehörte, wurde der Topkapi Palast (oder Topkapı Serail) als Residenz für den Sultan Mehmet gebaut. Auch die nachfolgenden Sultane wohnten hier mit ihrem Harem. Jeder von ihnen erweiterte den Palast, so daß mittlerweile zahlreiche Gebäude zum Topkapi Palast dazugehören, die wie ein Labyrinth miteinander verbunden sind. Gott sei Dank hatte ich mir einige Notizen gemacht, sonst hätte ich später nicht mehr gewußt, welche Bedeutung die einzelnen Häuser und Räume hatten.
Mit der Gründung der Türkei wurde der Topkapi Palast in ein Museum umgewandelt. In den Palasträumen kann man sich viele Reichtümer und Schätze der Sultane anschauen.

Viele Räume im Topkapi Palast kannst du HIER in 360°-Ansicht bewundern.

Fast am Ende des Palastes gab es ein Restaurant mit herrlichem Blick über den Bosporus bis hin zum Marmara - Meer. Hier machte ich erst einmal eine ausgedehnte Mittagspause und ließ mich von der Sonne bescheinen.
Nun war ich wieder gestärkt für die nächste Besichtigungstour. Also zurück zum Sultan-Ahmet-Park, am schönen Springbrunnen vorbei und weiter Richtung Hippodrom. Ich schaute mir noch den “Deutschen Brunnen” an (unser Kaiser Wilhelm hat ihn 1898 gestiftet) und spazierte dann durch einen Nebeneingang in den Hof der Sultan-Ahmet-Camii. Vor dem Eingang dieser Moschee standen bereits viele Besucher, die sich ihrer Schuhe entledigten und mit Kopftüchern (Frauen) ausstaffieren ließen.
Die sogenannte “Blaue Moschee” befindet sich direkt gegenüber der Hagia Sophia und ist deren Baustil nachempfunden. Sie wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut. Den Namen erhielt die Blaue Moschee wegen der blauen Mosaiken, mit denen dieser sakrale Bau innen geschmückt ist.
Für den Weg zu meinem letzten Besichtigungsort nutzte ich wiederum die Strassenbahn, um in der Nähe meines Hotels auszusteigen. Von hier war es nicht allzu weit bis zu Süleymaniye Moschee.
Die Süleymaniye Moschee wurde 1550 - 1557 erbaut und ähnelt in ihrem Baustil ebenfalls der Hagia Sofia. Wie diese wird der quadratische Hauptraum der Moschee von einer riesigen Kuppel überdacht. Die Seitengebäude sind mit kleineren Kuppeln bedeckt. Um die Moschee sind Arkaden angeordnet. Außerdem wurde die Süleymaniye Moschee mit vier Minaretten umgeben.
Bei dem Besuch habe ich mir viel Zeit gelassen und einen kleinen Spaziergang über den Hof der Moschee gemacht. Dadurch konnte ich die Schönheit des ganzen Areals erleben und hatte zudem noch einen phantastischen Ausblick auf Istanbul und das “Goldene Horn”.

Am 3. und letzten Tag genehmigte ich mir eine Schiffsstour durch den Bosporus bis zum Schwarzen Meer und wieder retour. Natürlich verbunden mit einem Fischessen in Poyraz an der Einmündung zum Schwarzen Meer.
Der Bootsanleger befand sich im Stadtteil Galata, unterhalb des Fußballstadions von “Galatasaray”. Das Schiff war gut gefüllt als die Reise begann und es kam auch zu keinem Gedränge - wie am Fähranleger - auf dem Bosporus, als wir dem offenen, dunkelblauen Wasser entgegenstrebten.
Backbord, wie auch Steuerbord säumten die Häuser der Großstadt das Gewässer. Bereits nach wenigen Minuten sahen wir die “Europabrücke” vor uns. Die Bebauung wurde jetzt etwas lockerer. Villen beherrschten das Bild. Sicherlich unbezahlbare Grundstücke.
Wir glitten unter der Boğaziçi-Brücke hindurch, die in 165 Meter Höhe an den Seilen hing. Von hier unten sah sie filigran aus. Und ihre 33 Meter Breite sah man ihr nicht an.
Vom Bordfunk wurden wir mit orientalischer Musik beschallt, die einige (weibliche) Gäste dazu animierte, türkische Volkstänze auf Deck zum Besten zu geben. Ich aber war damit beschäftigt, die Gegend zu bestaunen. Dabei erkannte ich auf der europäischen Seite plötzliche eine Festung. Rumeli Hisari. 1492 in einer Rekordzeit von nur 4 Monaten erbaut. Und kurz darauf unterquerten wir auch schon die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke, die ebenfalls voller LKW und anderen Fahrzeugen war. Sie wurde erst 1988 eingeweiht. Trotzdem reichen die Kapazitäten beider Bosporusbrücken nicht mehr aus. Daher ist ein Tunnel von Europa nach Asien (Üsküdar) in Arbeit. Allerdings stockt die Bautätigkeit in Eminönü aufgrund sensationeller Funde bei den Grabungen. Jetzt haben erst einmal die Archäologen die Oberaufsicht an der Baustelle und versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Außerdem wird zusätzlich eine 3. Brücke weiter östlich in Angriff genommen.
Weiter ging es vorbei an Tarabya und Istimye. Hier sah ich viele große Boote vor Anker liegen, die augenscheinlich als Restaurantschiffe genutzt wurden. Der Qualm aus den Bordkombüsen diente mir als eindeutiges Indiz dafür.
Und als wir in Poyraz (auf der asiatischen Seite des Bosporus) anlegten, hatte ich aufgrund der frischen Seeluft auch reichlich Hunger bekommen. Die Fischmahlzeit, die mir offeriert wurde und die ich auch mit großem Appetit verspeist hatte, hielt leider nicht lange vor. Daher mußte ich nach unserer Rückkehr noch unbedingt ein kleines Lokal aufsuchen.
Dort nahm ich bei dem ausgezeichneten türkischen Mahl schweren Herzens Abschied von Istanbul. Ich hätte so gern noch mehr von der Stadt gesehen. Aber die Zeit reichte einfach nicht aus.
Die drei Tage waren anstrengend. Aber ich habe viel gesehen und sehr viele Eindrücke gesammelt. Istanbul ist wirklich eine Reise wert. Besonders das Zentrum (Eminönü, Galata) links und rechts vom “Goldenen Horn”.
Innerhalb einer halben Stunde war ich mit dem Auto in Asien (über die Atatürk-Brücke) und habe am zweiten Abend vom Ausflugslokal auf einem Berg in Üsküdar - dem 263 m hohen Camlica (Hügel) - Europa im Lichterglanz sehen können. Die Aussicht war am Abend wirklich wunderbar. Auch das tägliche stattfindende Feuerwerk eines der großen Diskotheken am europäischen Ufer war sehr schön zu beobachten.
Natürlich habe ich in der Altstadt auch in einem “Kahve” gesessen, Rakı getrunken und mit den Männern eine Wasserpfeife geraucht.
Fazit: Ein tolles Wochenende!

Aber über eine Sache grübele ich immer noch:
Warum stehen die alten, mit riesigen Kuppeln versehenen Moscheen nach all den Jahrhunderten immer noch unversehrt da? Mehrere starke Erdbeben haben doch immer wieder (auch neu erbaute) Häuser einstürzen lassen - aber die Hagia Sofia, als Beispiel, steht immer noch! Hatten die früheren Baumeister etwa mehr Fachwissen als unsere heutigen Baufirmen und -statiker?
Oder kommt hier das Hummel-Axiom zum Tragen?
Physiker haben errechnet, daß die Hummel viel zu kleine Flügel hat, um abheben zu können.
Nur, die Hummel versteht nichts von Physik. Daher weiß sie es nicht besser und fliegt.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 15.02.2016