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Kuşadası - Touristen-Hochburg mit Charme

Eines der größten touristischen Zentren der Türkei ist Kuşadası (sprich Kuschadasse, zu deutsch: Vogelinsel), das alte Scala Nova, das im 13. Jh. als Handelsniederlassung von Kaufleuten aus Venedig und Genua gegründet wurde. Die allmähliche Versandung des Hafens von Ephesos war ausschlaggebend für die Neuanlage dieser Stadt. Vor einigen Jahren noch ein ruhiges Fischerdorf, entwickelte sich Kuşadası auch wegen der Nähe zu den antiken Stätten Ephesos (Efe) und Pamukkale schnell zu einem belebten Urlaubsort. Viele Hotels wurden gebaut, was dem idyllisch gelegenen Ort etwas schadete. Das ehemals reizvolle Städtchen mit nunmehr knapp 50.000 Einwohnern liegt etwa 90 Kilometer südlich von Izmir, hat einen modernen und großen Yachthafen und bietet verschiedene Strände, darunter auch den berühmten Kadinlar-Strand (Ladies Beach) in der Nähe des Zentrums, den Long Beach im Süden und die drei Strände auf der Dilek Halbinsel mit türkisblauem, kristallklarem Wasser. Zentrum der Stadt sind der Alte Hafen und Kaleiçi (Burg-Viertel).
Der Hafen ist seit den 60er Jahren Anlaufstelle für internationale Kreuzfahrtschiffe, aber so richtig begann der touristische Boom erst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Heute bietet die Stadt nicht nur den zweitgrößten Jachthafen der türkischen Mittelmeerküste und einen Fährhafen (hier können bis zu sechs Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen), sondern auch zahlreiche Sportmöglichkeiten, Kultur und ein reges Nachtleben.
In Kaleiçi befindet sich eine um 1618 erbaute Karawanserei, die heute Teppichgeschäfte und ein Hotel beherbergt. Südlich davon befindet sich der Bazar, in dem man gemütlich zwischen Souvenir und Schmuckläden bummeln und shoppen kann – Handeln ausdrücklich erwünscht. Ganz auf die westlichen Urlauber ausgelegt ist die “Pub Lane” (Kneipen-Straße), in der sich ein Lokal ans nächste drängt und nachts reges Leben, lautstark beschallt aus etlichen Lautsprechern, vorherrscht.
Markantester Punkt Kuşadasıs ist die der Altstadt vorgelagerte „Taubeninsel“, auf der ein genuesisches Kastell aus dem 14. und 15 Jahrhundert in einem schattigen Park liegt. Hier kann man im Teegarten mit ein wenig Glück auch ruhige und beschauliche Momente genießen. Die vorgelagerte Insel ist seit 1834 über einen Damm mit der Stadt verbunden. Wer die Taubeninsel besucht, sollte Badesachen mitnehmen. Auf der Insel gibt es einige Strände, an denen man das Meer genießen kann und sollte.
kusadasi-mapDer Urlaub in Kuşadası lässt sich bestens mit einem anspruchsvollen Kulturprogramm verknüpfen. Für Geschichtsinteressierte bieten sich Tagestouren zu den antiken Städten Ephesos (Efe) bei Selçuk, Didyma (Didim), Herakleia am Latmos, Milet und Pamukkale an. In Pamukkale (zu deutsch: Baumwollschloss) kann man sogar in einem Pool mit antiken Säulenfragmenten baden. Hauptattraktion sind jedoch die Sinterterrassen, in denen aufgrund früherer Beschädigungen aber nicht mehr gebadet werden darf.
Das Urlaubsgebiet von Kuşadası erstreckt sich von Güzelçamlı (Long Beach-Strand) im Süden über Kuşadası, Pamuçak, Özdere und Gümüldür im Norden bis Doğanbey. Wobei sich im nördlichen Bereich nicht Hotel an Hotel reiht. Dort lassen sich noch ruhige Plätze finden.

Ich habe Kuşadası mit einem Wohnmobil angefahren, als ich u. a. die ganze Küstenlinie abgeklappert habe. Aber außer dem schönen Campingplatz bei Pamuçak hat mich nichts davon überzeugt, in Kuşadası einmal Urlaub zu machen. Mir war der Rummel einfach zu viel. Ich mag es lieber beschaulicher. Da kommen schon eher die kleinen, nördlich gelegenen Orte Özdere oder Gümeldür infrage.

Mehr über Kuşadası findest du auf dieser (englischsprachigen) Seite: www.kusadasi.com/

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015