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Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide ist eine große, geografisch überwiegend flachwellige Heide-, Geest- und Waldlandschaft im Nordosten Niedersachsens in den Einzugsbereichen der Städte Hamburg, Bremen und Hannover. Sie ist benannt nach der Stadt Lüneburg und umfasst den Hauptteil des früheren Fürstentums Lüneburg. Besonders in den zentralen Teilen sind weiträumige Heideflächen erhalten. Sie bedeckten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weite Teile Norddeutschlands, sind aber inzwischen außerhalb der Lüneburger Heide fast vollständig verschwunden. Die Heidelandschaften sind seit der Jungsteinzeit durch Überweidung der ehemals weit verbreiteten Wälder auf unfruchtbaren Sandböden im Bereich der Geest entstanden. Die noch vorhandenen Reste dieser historischen Kulturlandschaft werden vor allem durch die Beweidung mit Heidschnucken offengehalten. Mit Hinblick auf ihre Landschaftsform ist die Lüneburger Heide für den Tourismus in Norddeutschland von Bedeutung. Sie wird teilweise in Naturparks gepflegt.
Die Heide und ihr Umland gehören zu jenen Gegenden der Norddeutschen Tiefebene, in denen die jägerischen Kulturen des Mesolithikums schon früh von neolithischen Bauern verdrängt wurden. Auf den flachgewellten, sandigen Geestflächen der Lüneburger Heide entstanden bereits in der Jungsteinzeit seit 3000 v. u. Z. durch intensive Beweidung der damaligen Traubeneichenwälder und der damit verbundenen Zerstörung des nachwachsenden Waldbestandes größere offene Flächen, die sich mit einer beweidungsresistenten Pflanzenart bestockten, der Besenheide. Typisch für die Heide sind auch die Wacholderbüsche.
Die vielfach auch in Büchern geäußerte Ansicht, die Heide sei im Mittelalter durch den Holzbedarf der Lüneburger Saline entstanden, ist nicht klar belegbar: Die Lüneburger Saline benötigte zwar große Mengen Brennholz zum Betrieb der für die Salzgewinnung erforderlichen Sudpfannen, aber die benötigte Menge wäre selbst in der Hauptzeit der Produktion (Blütezeit der Hanse) von einer kleineren Waldfläche nachhaltig zu liefern gewesen.
Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide wird pro Jahr von mehr als vier Millionen Besuchern aufgesucht und ist daher ein bedeutender Tourismusschwerpunkt in Norddeutschland. Die Lüneburger Heide hat eine große Bedeutung als Naherholungsziel für die umgebenden Großstädte. Neben dem Wochenendtourismus hat auch der überregionale Fremdenverkehr eine große wirtschaftliche Bedeutung.
Um angesichts dieser großen Besucherzahlen die empfindlichen Heideflächen zu schützen, ist im Naturschutzgebiet Kraftfahrzeugverkehr grundsätzlich untersagt. Es ist ebenfalls verboten, die Wege zu verlassen. Hunde müssen angeleint werden. Diese Regelungen werden zumindest in den Sommermonaten auch durch die berittene Polizei in Form der Reiterstaffeln überwacht.
Besucher können sich somit grundsätzlich nur zu Fuß oder mit dem Rad fortbewegen. Reiten ist nur auf einigen speziell gekennzeichneten Wegen gestattet. Zudem können Besucher auch mit Pferdekutschen nach Wilsede oder zu anderen Heidedörfern gelangen.
Höhepunkt der Saison ist das Heideblütenfest Ende August - Anfang September.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015