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Lyrbe (Seleukeia) - die vergessene Stadt

Diesen Ort haben ich erst im 11. Jahr meiner Türkeibesuche angefahren, obwohl er fast vor meiner Hotelzimmertür lag. Aber wenn man, wie ich, immer neue Ziele ins Auge fasst, stellt man irgendwann fest, daß es schwierig wird, für Tagesausflüge neue Ziele zu finden.
Daher entschloss ich mich, endlich auch mal die “vergessene Stadt” Seleukeia anzusteuern. Zumal diese Tour bei einem Tagestrip leicht zu bewältigen ist.
Wir fuhren daher von Avsallar nach Manavgat und von dort weiter - gut ausgeschildert als Manavgat Şelalesi - Richtung “Wasserfall”. Dieser Wasserfall ist zwar kein Wasserfall, sondern eher ein Katarakt. Wird aber dennoch toll vermarktet.
LyrbeDiesen Touri-Treff ließen wir nicht “links” sondern rechts liegen und fuhren weiter in Richtung “Oymapinar Baraji” - dem großen Manavgat-Stausee. Bekannt von der Tour zum “Green Canyon”. Denn auf dem Weg dorthin sollte es links ab in die Berge gehen. Aber kein Hinweisschild führte uns zum Ziel! Daher landeten wir vor dem Schlagbaum zum Stausee, ohne den rechten Weg gefunden zu haben.
Also umgedreht. Und siehe da, jetzt sahen wir nach einigen Kilometern das braune Schild, welches uns den Weg nach Lyrbe - Seleukeia wies. Von Manavgat kommend war es wirklich nicht zu sehen!
Nach etwa einem Kilometer erreichten wir das Dörfchen Bucakşeyhler und folgten - gut ausgeschildert - der Strasse durch den Ort und danach einem holprigen Feldweg.
Kurz vor den ersten Ruinen von Seleukeia stellten wir unser Gefährt - kein Jeep - ab und machten uns zu Fuß auf den Weg, das Ruinenfeld zu erforschen.

Seleukeia (Pamphylien) ist eine antike Ruinenstätte in der Türkei. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass es sich bei den Ruinen um eine Stadt namens Lyrbe handelt, und nicht um das Seleukeia in Pamphylien. Die antike Stadt mit der besterhaltenen Agora (Marktplatz) Kleinasiens liegt, schwer zugänglich und verschont von neuzeitlicher Besiedlung, rund 23 km nördlich von Side inmitten eines dichten Pinienwaldes.
Seleukeia ist zwar aus mehreren geografischen Werken der Antike namentlich bekannt, die Geschichte der Stadt liegt jedoch weitgehend im Dunkel. Ihr Name weist auf eine seleukidische Gründung, möglicherweise unmittelbar auf Seleukos I. Nikator hin. Sie wird um 300 v. Chr. gegründet worden sein. Die Stätte wurde Anfang der 1970er Jahre von Istanbuler Archäologen erforscht, die als kunsthistorisch wertvollste Funde der Stadt ein Orpheusmosaik und eine Bronzestatue des Apollon sicherten – heute im Museum von Antalya.
Die Fundamente einer byzantinischen Kirche - in unmittelbarer Nähe des von vier ionischen Säulen umgebenen Raumes des Orpheusmosaiks an der Nordseite des Marktplatzes - zeigen, daß der Ort im Mittelalter noch oder zumindest wieder bewohnt war. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Plateau-Lage auf einem nach Westen abfallenden Berghang brauchte die Stadt nur im Süden durch eine auch heute noch bis zu einer Höhe von 9 Metern erhaltenen Stadtmauer geschützt werden.
Die kaiserzeitliche Agora ruht, um ein ebenes Gelände zu gewinnen, im Westen auf gewaltigen Substruktionen mit Tonnengewölben, die als Magazine genutzt wurden. Im Westen erheben sich acht zweigeschossige Ladengebäude, wie sie in ihrer Erhaltung nur aus Pompeji oder Herculaneum bekannt sind. Südlich schließt sich ein kleines Odeion an.
Wenige Meter nördlich des Marktplatzes ist ein kleiner Podiumstempel mit einem ehemals viersäuligen Pronaos gut erhalten. Weiter westlich, heute überwaldet, lassen sich große Thermen erkennen, deren Reste massiver Marmorauskleidungen für den ursprünglichen Reichtum der Stadt sprechen. Spätere Umbauten erfolgten dann nur noch mit dünnen Platten aus gepresstem Marmorstaub.
Quelle: Wikipedia

 

1  West-Nekropole
2  Zisternen
3  Friedhofskirche
4  Buleuterion
5  Tempel
6  Agora
7  Thermenanlage
8  Quellbrunnen
9  Stadmauer
10 Stadttor

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© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015