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Erstbesucher

Die weißen Sinterterrassen von Pamukkale (Hirapolis)

Seit 2001 habe ich die Türkei regelmäßig - wenn nicht sogar übermäßig - bereist. Mit dem Wohnmobil, mit Reisegesellschaften und auch mit dem Mietwagen. Aber noch nie habe ich mir die weißen Sinterterrassen von Hirapolis (Pamuk-kale = Baumwoll-Schloß) angeschaut.
Lange Zeit wurde mir von diesem Trip abgeraten, weil der Ort nicht mehr ansehnlich sein sollte. Die ehemals weißen Felsen und Lagunen seien inzwischen verdreckt und braun. Dies haben die über Hirapolis entstandenen Hotelanlagen sowie die große Anzahl an Besuchern verursacht. Die Hotels, weil sie Pamukkale des “Wasser abgegraben” und die Besucher, weil sie in Straßenschuhen dieses Naturdenkmal bewandert hätten und in allen Lagunen gebadet hätten. Aber die Hotels wurden inzwischen wieder abgerissen und die Besucher dürfen seit einigen Jahren nur noch barfuß auf dafür vorgesehenen Pfaden zwischen den Terrassen lustwandeln.
Daher war ich auch überzeugt, daß Pamukkale inzwischen wieder in strahlendem Weiß seine Gäste empfängt. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Pamukkale

Bereits gegen 6:00 Uhr wurde ich vom Hotel abgeholt und es ging schnurstracks Richtung Antalya. Dort nahmen wir die Straße nach Budur unter die Räder, um nach wenigen Kilometern links nach Kurkuteli / Dinizli abzubiegen. Auf der langen Strecke legten wir noch eine Frühstückspause ein, bevor wir kurz vor Denizli auf einer Anhöhe erneut anhielten. Von hier konnten wir in der Ferne bereits die weißen Felsen von Pamukkale erspähen, während Denizli uns zu Füßen lag.
Auf fast direktem Weg (eine Lederfabrik wurde noch angesteuert) steuerte unser Fahrer den Parkplatz des antiken Hirapolis an. Der Reiseführer übergab uns die Eintrittstickets und erinnerte uns an die Abfahrtszeit.
Unser erster Weg führte natürlich zu den Sinterterrassen, die wieder schneeweiß unter den hellen Sonnenstrahlen glänzten. Allerdings waren nicht alle Becken mit Wasser gefüllt. Anhand der verschiedenen Kanäle und Regler war zu erkennen, daß ein systematisches Wassermanagement für eine gleichmäßige Wasserversorgung installiert war, denn auch die Thermal-Hotels im Tal waren auf die Quelle angewiesen.
Der einzige Pfad, der von Besuchern begangen werden durfte, verlief quer durch das “Baumwollschloß” und endete im Ort Pamukkale Köy. Das Baden in den Becken war nicht mehr gestattet.
Aber das konnte man im “Kleopatra-Bad” (Kleopatra war nie hier!) von Hirapolis nachholen. In diesem Thermalbad konnte man zwischen den Relikten der römischen Zeit (Säulen, Artefakte, Trümmer) plantschen.
Die Masse der Besucher ergötzte sich nur an den Sinterterrassen. Aber auch etliche Gäste erwanderten das große Gelände der antiken Siedlung, die von einem Erdbeben fast völlig zerstört wurde, um sich im Museum von Hirapolis umzuschauen, das Theater, die Thermenanlage, das Heiligtum des Unterwelt Gottes Pluto (schwefelhaltige Gase strömen hier aus der Erde), zwei Kirchen, diverse Stadttore und Reste einer Säulenhalle zu besichtigen und abzulichten.
Am nächsten Tag besuchten wir noch (obligatorisch) eine Moschee in Karahayit und badeten anschließend in einem Thermalbad. Diese sehr eisenhaltige Quelle hatte die Terrassen allerdings rot gefärbt. Die verschiedenen Becken, die uns zur Verfügung standen, zeigten eine Temperatur von 45° bis 36° Celsius an.
Und bevor es wieder in Richtung Akdeniz ging, mußte noch eine Onyxmanufaktur angesteuert werden. Wie sonst sind diese preiswerten Touren mit Übernachtung und Halbpension zu finanzieren?

Auch wenn die Stadt Hierapolis, wie ein mutmaßlich alter Kybelekult zeigt, wohl schon früher bestand, stammen die ältesten Zeugnisse aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., als sie durch Antiochos II. neu gegründet wurde, ebenso wie ihre Nachbarstadt Laodikeia am Lykos. Ältere Siedlungsspuren sind durch Travertinschichten überdeckt. Durch Erdbeben wurde die Stadt 17 n. Chr. zerstört, danach aber in erweiterter Gestalt wiederaufgebaut. Im ersten und zweiten Jahrhundert entstanden Thermalbäder, Brunnen, Theater und Tempel. Aus dieser Zeit stammen auch die zahlreichen Sarkophage und Gräber in der Umgebung (Nekropole). Alle Bauten überstanden die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Türken und Byzantinern, bis sie 1334 durch ein Erdbeben vollkommen zerstört wurden. Der Kirchenvater Papias von Hierapolis war hier im zweiten Jahrhundert Bischof und erwähnt, daß er die Töchter des Apostel Philippus, der seine letzten Lebensjahre in Hierapolis verbracht haben soll, persönlich gekannt habe und von ihnen über die Apostel hörte.
-aus Wikipedia-

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015