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Pergamon bei Bergama - Berlin läßt grüßen

Hoch über Bergama thront die Akropolis von Pergamon. Dieser Ort mußte natürlich angefahren werden, wenn man schön mal in der Nähe ist. Besonders in Deutschland ist Pergamon ein Begriff. Besteht nicht ein ganzes Museum in Berlin unter diesem Namen?! Allein schon deshalb ein „Muß“ für jeden deutschen Touristen, der in der Nähe (Izmir, Ayvalik) urlaubt.
Somit runter von der D550 und rein nach Bergama. Immer den braunen Schildern gefolgt, kann man die alte Hauptstadt des Pergamenischen Reiches (263 – 133 v. Chr.) nicht verfehlen.
Die Ruinen der antiken Stadt Pergamon liegen innerhalb des Stadtgebietes der türkischen Stadt Bergama (ca. 100 000 Ew.), sowie deren Akropolis auf einem etwa 320 m hohen Berg, der über der Stadt aufragt. Hier war das Zentrum des mächtigen Pergamenischen Reiches, wo einst Handel und Künste blühten.
Am Parkplatz der Talstation der in diesem Jahr (2011) erst fertig gestellten Seilbahn waren dann erst einmal 9 TL zu entrichten. Die Hin- und Rückfahrkarte kostete pro Person 12 TL. Und als wir oben waren, durften wir noch einmal 20 TL p. P. für den Eintritt zu den Ruinen löhnen. Das war schon heftig! Die nehmen es wirklich von den Lebendigen! Die Fahrt mit der Seilbahn hätten wir auch umgehen können, denn eine Straße führt bis zur Bergstation.
Die Reste des Burgtores hinter dem Kassenhäuschen stammen auf vorhellenistischer Zeit. Das Heroon auf der linken Seite wurde zu Ehren der pergamenischen Könige errichtet. Nach dem Burgtor erinnern nur noch Fundamente an den ältesten Tempel Pergamons (circa 330 v. Chr.), dem heiligen Bezirk der Athena.
Die Bibliothek zur linken Seite der eher bescheidenen Paläste war eine der größten der Antike. Sie wurde 170 v. Chr. erbaut und umfaßte 200.000 Schriftrollen. Der Überlieferung zufolge wurde hier das Pergament erfunden, nachdem die ägyptischen Könige die Ausfuhr von Papyrus verboten hatten. Darauf sollen sich die Einwohner Pergamons an die alte Kunst, Schreibmaterial aus dünn geschabten Tierhäuten herzustellen, besonnen haben.
Über der Bibliothek liegt das Trajaneum, ein imposanter Tempel, ganz aus weißem Marmor für den Kaiser Trajan errichtet. 114 n. Chr. wurde der Bau von Trajan begonnen und 129 von Hadrian geweiht. Ein Erdbeben zerstörte den korinthischen Tempel. Heute sind ein Teil der Säulenhalle und eine Giebeldecke wieder aufgerichtet.
Ganz in der Nähe befindet sich eine Rundzisterne, die von einem Geländer gesichert ist und heute als Glücksbrunnen dient. Für eine Wunscherfüllung muß man jedoch hintereinander drei Münzen so auf die darin stehende Säule werfen, sodaß sie oben liegen bleiben.
In das imposante Theater unterhalb des Trajaneum gelangt man über einen Treppenschacht. Die Sitzreihen wurden in den Hang gebaut, und eine Loge für Ehrengäste errichtet. 15.000 Besucher fanden hier einst Platz. Ein steinernes Bühnenhaus hat es nie gegeben, sondern ein bewegliches aus Holz. So hatte man freien Zugang zum Dionysostempel direkt daneben.
zeus-altar berlinÜber all dem thronte einst der Zeusaltar. Die ehemalige Größe des Altars ist durch die Fundamente zu erkennen, heute markieren drei Pinien den Standort.
Weiter hangabwärts befindet sich das große Heiligtum der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Auf der großen Anlage befanden sich ein Tempel, ein Altar, Säulenhallen und eine neunstufige Tribüne. Zum Kult waren lediglich Frauen zugelassen, die bei nächtlichen Festen die Göttin der Feldfrüchte ehrten.
Da wir Glück mit dem Wetter hatten – kein Regen, kein Sturm -, haben wir das Gelände ausgiebig erwandert.

Wer mehr von und aus Pergamon sehen will - so z.B. den Zeusaltar - muß nach Berlin fahren.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015