Bisher

Erstbesucher

Sagalassos - eine Tagestour, die sich lohnt

Schon immer hatte ich vor, diese Ruinenstadt zu besuchen. Aus dem Bereich Kemer oder sogar Alanya konnte man diesen Ort im Rahmen eines Tagesausflugs in Angriff nehmen. Aber erst bei meiner Tour mit dem Wohnmobil habe ich es geschafft. Das hatte ich so auch eingeplant. Von Budur kommend, durch die Berge nach Aglasun.
In Aglasun angekommen, mußten wir noch etwa neun Kilometer bis Sagalassos (ausgeschildert) auf einer schmalen, aber geteerten Straße bewältigen. In Serpentinen ging es bergauf, denn der Eingang von Sagalassos lag etwa 1.500 m über NN.
Hier wollten wir eigentlich unsere Tagestour beenden und die Nacht verbringen. Aber eine diesbezügliche Anfrage am Kassenhaus wurde mir negativ beschieden. Schade. Also mußten wir sofort mit der Besichtigungstour durch die alten Steine beginnen, denn noch war es hell genug.

Die Ruinen der psidischen Grenzstadt Sagalassos liegen in 1.450 bis 1.600 m Höhe. Sagalassos wurde in hellenistischer Zeit gegründet und nach einem schweren Erdbeben im frühen 7. Jahrhundert n. Chr. während der spätantik-frühbyzantinischen Epoche aufgegeben. Offenbar blieb die Ruinenstadt danach unberührt und fast ungeplündert bis in die Gegenwart erhalten, obwohl Säulen-, Gebäudefragmente und Tonscherben schon dem ungeübten Auge eine ausgedehnte, in ihrer Blüte sehr wohlhabende antike Stadt signalisieren.
Als Alexander der Große 333 v. Chr. Sagalassos auf seinem Weg nach Persien eroberte, war es bereits eine der wohlhabendsten Städte in Pisidien. Einige tausend Einwohner dürften die Stadt bewohnt haben.

Zur Zeit gibt es hier eines der größten Ausgrabungsprojekte der Türkei (unter belgischer Leitung). Daher sind die ausführlichen Beschriftungen neben türkisch und englisch auch in flämisch gehalten. Auch wurden bereits einige Gebäude wieder restauriert. U. a. hellenisches Brunnenhaus, Heroon und Antonius Nymphaeum. Agora und die Bäderanlagen sind ebenfalls im Wiederaufbau. Aber auch viele andere Gebäudefragmente wurden ausgegraben und sind teilweise bereits sehr gut zu erkennen.
Sagalassos ist seinen Eintritt (5 TL) wert. Allein durch die Ausgrabungen bekommt der Besucher einen guten Überblick über die ehemalige psidische Grenzstadt. Verglichen mit Termessos hat Sagalassos bei mir erheblich mehr Eindruck hinterlassen.

Sagakassos-Karte2

 

Anfahrt aus Kemer:
Antalya, etwa 80 km die D650 Richtung Budur,
ca. 8 km hinter Bucak rechts ab. Sagalassos ist ausgeschildert.
Nach etwa 18 km erreicht man Aglasun. Von dort noch 9 km gut ausgebaute Strasse in die Berge, bis zum Kassenhaus.

Anfahrt aus Alanya:
Kurz nach Aksu rechts auf die D685 nach Isparta wechseln. Nach 50 km vorbei am Karacaören Stausee, weitere 40 km bis zum Abzweig (links) ca. 16 km nach Aglasun und von dort weitere 9 km bis Sagalassos.

 

1  Nekropole
2  Neon-Bibliothek
3  Theater
4  hellenistisches Brunnenhaus
5  byzantinische Basilika (ehm. Stadion)
6  Antonius-Nymphäum
7  Heroon
8  obere Agora
9  dorischer Tempel
10 Buleuterion
11 Wohngebiet
12 Stadtmauer
13 Macellum
14 Gewölbe und Wohnhäuser
15 Wärterhaus am Parkplatz
16 Odeon
17 römisches Nymphäum
18 untere Agora
19 Apollon-Klarion Tempel (byz. Basilika)
20 römische Bäder
21 Treppe und Tor zur unteren Agora
22 Kolonnadenstraße
23 Tempel für Kaiser Antonius Pius
24 'Alexander's Hill'

Copyright by
http://www.histolia.de

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015