Bisher

Erstbesucher

Sapadere Canyon - seit 2009 in aller Munde

Von Avsallar etwa 60 km entfernt. Ca. 20 km hinter Demirtas. Also tief in den Bergen. Aber auf vier Rädern gut zu erreichen. Trotzdem haben wir uns keinen Wagen geliehen, sondern haben uns einer kleinen Reisegruppe (insgesamt 6 Personen) angeschlossen. Das kam uns billiger und war bequemer.

Von Avsallar ging es, mit einigen Stopps an markanten Aussichtspunkten, über Alanya und Demirtas zum Ort Sapadere Köyü (“köyü” = Dorf). Von hier kraxelte unser Bulli noch ein paar Kilometer bergauf, bis wir das touristisch aufgepäppelte Ausflugslokal erreichten.
Hier war aber erst nach absolvierter Canyon-Erkundung eine Rast angesagt. Aber - TIP - zumindest konnte man(n und Frau) schon mal die vorzüglichen WC-Anlagen aufsuchen. So moderne und saubere Sanitäranlagen sind uns nicht nur in der Wildnis noch nie untergekommen! Hoffentlich sehen die Besucher das genauso und behandeln diese Örtlichkeit auch dementsprechend.

Dann wanderten wir aber auch schon über stolperfreie Holzbohlen-Wege die Schlucht hinauf. Man hat sich sehr viel Mühe gegeben, auch fußkranken Besuchern oder Rollstuhlfahrern die Besichtigung dieses Naturschauspiels zu ermöglichen. Sogar für einen Rastplatz mit Ausschank (und Toilette) hatten die Erbauer auf halber Strecke einen Fleckchen gefunden.
Bis zu 80 m hoch ragten die steilen Wände der Schlucht empor. Unten gurgelte das kristallklare Wasser des “Sapa dere” (abgelegenes Flüßchen) zwischen und über die Felsbrocken. Immer wieder entdeckten wir Flußkrebse (oder -krabben?), welche die Reinheit des Wassers dokumentierten und waren darüber erstaunt, mit welcher Kraft das Wasser (und mitgerissener Kies) in vielen tausend Jahren die Felswände glatt geschliffen hatte.
Kleine und größere Wasserfälle lösten sich ab mit größeren Wasserbassins, die auch zum Baden einladen sollten. Ich fühlte mich allerdings nicht angesprochen. Auch nicht durch die Treppen und Absätze, die bis zum kühlen Naß reichten. Ich bade nicht gern in Wasser, welches gerade die Temperatur des bei uns aus dem Wasserhahn laufenden Trinkwassers besitzt. Es sei denn, ich hatte mich gerade in der Sauna tüchtig aufgeheizt. Meine Finger fingen schon nach wenigen Augenblicken an zu kribbeln, als ich die Wassertemperatur prüfen wollte. Brrrrrrr. Es war sooooo kalt.
Am Ende des Bohlenweges erfreute uns noch der Anblick eines schönen Wasserfalls, den fast alle Besucher als Hintergrund für ein Erinnerungsfoto nutzten. Danach machten wir uns aber auf den Weg zurück zur Futterkrippe, denn es war recht frisch im Canyon. Kaum ein Sonnenstrahl schaffte es bis zu uns.
Nach dem Verzehr der Forelle (mit Salat und Fritten) fuhren wir zurück ins Dorf. Dort war der Besuch der Moschee und eines für diese Bergregion typischen, bewohnten Wohnhauses angesagt. Hier wurde uns auf der Veranda Cay kredenzt.
In einem weiteren Gebäude besichtigten wir uralte, eiserne Webstühle und andere Utensilien, mit welchen die Produkte der hiesigen Seidengewinnung (Seidenraupenzucht!!!) verarbeitet werden können, bzw. an denen “Berufsschüler” zu “Seidenwebern” ausgebildet werden.
Auf dem Weg zum Fahrzeug konnten wir noch in das Innere einer alten Wassermühle schauen. Nur das ehemalige Zelt (mit Inventar) der Nomaden konnten wir nicht mehr in Augenschein nehmen. Dieses war dem letzten Sturm zum Opfer gefallen.

Fazit: Für den, dem es am Strand zu langweilig und zu heiß geworden ist, ein lohnender Ausflug.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015