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Aufstieg nach Termessos

Bereits mehrfach wurde ich auf das Adlernest hoch über den Bergen nordwestlich von Antalya hingewiesen. Und nun mußte es endlich sein.
Also Pkw gemietet (Renault Cleo, fast neu, 20 EUR), und über Manavgat, Serik und Antalya Richtung Budur gedüst. Kurz darauf war Termessos auch schon ausgeschildert. Links ab Richtung Korkuteli. Kurz darauf wieder links ab in den Park. Am Schlagbaum des Besucherzentrums mit Museum und Restaurant (beides im März noch nicht geöffnet) blätterte ich für den Pkw und die Insassen unseren Eintritt in Lira auf den Tisch und bekam die Erlaubnis, die gut geteerten 9 Kilometer des “Königsweges” bis zum Parkplatz durchzufahren.
Auf der untersten Terrasse des antiken Stadtgebietes angekommen, überreichte mir der Parkplatzwächter ein Prospekt in englischer Sprache, mit dem ich mich im Gelände zurecht finden sollte. Noch etwa 1.000 m steiler Aufstieg über Stock und Stein lagen jetzt vor uns.
tour kleinGeschichte (aus: wissen.de)
Termessos ist zweifellos die großartigste antike Stätte in der Umgebung von Antalya und - da man vom Parkplatz etwa 20 Minuten ziemlich steil bergauf steigen muss - keineswegs überlaufen. Auch zieht sich das Ruinengebiet mit seiner riesigen Nekropole über ein weites, dicht bewachsenes und unübersichtliches Berggelände hin, sodass man eher Gefahr läuft, sich zu verirren als in Scharen zu wandeln.
Die Geschichte von Termessos reicht sicher ins 2. Jt. v. Chr. zurück, denn eine der von Bellerophon geforderten Taten war (laut Homer, Ilias VI, 159ff.) der Kampf gegen die kriegerischen Solymer. Das waren die Bewohner von Termessos, denn der steil über dem Ort aufragende heutige Güllük Dagi ist der antike Berg Solymos. Er lag in der Landschaft Pisidien.
Eine gewisse Berühmtheit erlangte die Bergfestung, als Alexander d. Gr. sie im Frühjahr 333 v. Chr. kurze Zeit erfolglos belagerte: Damit schien der althergebrachte Ruf von Termessos, unbezwingbar zu sein, bestätigt.
Nur vierzehn Jahre später ereignete sich ein Zwischenfall, der vom Geschichtsschreiber Diodoros (1. Jh. v. Chr.) ausführlich kolportiert wurde. Nach dem Tod von Alexander versuchte u. a. Alexanders makedonischer Feldherr Alketas, die Herrschaft über Asien zu gewinnen. Er befehligte ein Heer der Südregion und war mit den Termessiern befreundet. Als Alketas 319 v. Chr. von seinem makedonischen Konkurrenten Antigonos besiegt wurde, fand er Zuflucht bei den Termessiern. Der vor Termessos erschienene Antigonos verlangte die Herausgabe des Asylanten, die Ãlteren Bürger waren dazu bereit, die jüngeren nicht. Durch eine geheim mit Antigonos abgesprochene List gelang es den Ãlteren Bürgern, die kämpferische Jugend aus der Stadt zu entfernen; doch als der schutzlose Alketas den Verrat bemerkte, beging er Selbstmord. Antigonos ließ den ausgelieferten Leichnam in übelster Weise schänden und unbestattet liegen, schließlich barg die empörte Jugend von Termessos den Toten und bestattete ihn mit allen Ehren. Der Bericht ist deshalb von Interesse, weil ein sehr schlecht erhaltenes Grab in der Felsnekropole von Termessos als Grab des Alketas gilt.
Später erwiesen sich die Termessier als treue Verbündete Roms. So schlossen sie im Jahr 70 v. Chr. einen Freundschaftsvertrag mit Rom, der ihnen auch nach der Eingliederung in die Provinz Pamphylia eine gewisse Autonomie garantierte. In der Kaiserzeit wurde Termessos mit vielen Bauten prächtig erweitert, doch wurde die Stadt - vielleicht wegen Wassermangels - bereits im 4. Jh. aufgegeben und verfiel.
Noch im letzten Jahrhundert stürzten etliche Bauten in sich zusammen.

Bei unserer Tour war ich aus zwei Gründen froh, im zeitigen Frühjahr diese Wanderung unternommen zu haben. Einmal, weil es noch noch nicht so heiß war und somit der Aufstieg nicht zur Tortur geriet und zum Anderen, weil die Bäume und Büsche überwiegend noch unbelaubt waren. Dadurch konnten wir viel mehr entdecken, als so mancher Sommergast.
Termessos war wirklich diese Reise wert. Besonders der Blick vom Theater ins Tal bis nach Antalya entschädigte für den Aufstieg.
Trotzdem: Meine Favoriten bleiben immer noch Anamuryum bei Anamur und neuerdings Sagalassos.

 

1 Soldatennekropole
2 Marmortor
3
Verteidigungsanlagen
4 Grab des Alketas
5 Gymnasium
6 Kolonnadenstraße
7 obere Stadtmauer
8 Nekropole
9 Stoa des Osbaras
10 Theater
11 korinthischer Tempel
12
Zisternen
13
Heroon
14
Odeon
15
Tempel des Zeus
16
Tempel der Artemis
17
Hauptnekropole
18
Löwen-Sarkophag

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© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015