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Tagestour zur Tinaz Tepe Höhle

Die Tinaz Tepe Höhle erreicht man über die D695 (Manavgat - Konya). Vom Abzweig bei Kizilagac sind es noch ca. 100 km auf sehr gut ausgebauter Straße. Also eine schöne Tour mit dem Mietwagen.
Hinauf in die Berge. Vorbei an Murtici (der Ort der Sesam-Wassermühle), Akseki und Yarpuz bis zum Alacabel-Pass (1.825 m ü. NN). Von dort weiter Richtung Seydisehir/Konya.
Richtung KonyaNur wenige Kilometer hinter der Abzweigung nach Bozkir sieht man auf der rechten Seite eine größere Tankstelle mit Rasthaus. Unmittelbar dahinter führt ein 150 m langer Weg durch ein Tor zum Parkplatz der touristisch erschlossenen “Tinaz Tepe Magarasi”.
Selbstverständlich fanden sich im Anschluß an den Parkplatz mehrere Souvenirstände, ein Restaurant sowie ein “Market”. Das Kassenhaus war besetzt. Pro Person waren 10 TL fällig, die wir im Nachhinein auch gern gezahlt haben.
Jetzt begann ein kleiner Aufstieg über Stock und Stein zum Höhleneingang. Gutes Schuhwerk und etwas Kondition sind dabei von Vorteil. Oben angekommen hat man die Möglichkeit eine kleine Rast einzulegen, etwas zu trinken, zu speisen und die Aussicht zu genießen. Auch kann man oben den “Tinaztepe Magarasi Tulum Peyniri” erwerben. Einen Höhlenkäse, der hier gereift sein soll.
Wir stiegen zuerst in Höhle 2 (rechts) ein. Es war aber nur ein kurzes, teilweise mühsames Vergnügen. Lediglich die Aussicht vom “Balkon” am Ende der Grotte entschädigte für den Aufstieg.
Nun wurde die linke Höhle (1) in Angriff genommen. In der Eingangshalle befand sich ein Bewirtungsbereich mit Tresen und Tischen. Und nach nur wenigen Schritten wanderten wir auf gut ausgeleuchteten, sicheren Stegen immer weiter in die 1.580 m tiefe Tropfsteinhöhle.
Es ging rauf und runter. Treppauf und treppab. Begleitet von leisen Sphärenklängen, die aus versteckt liegenden Lautsprechern an unser Ohr drangen. Immer wieder gab es sehenswerte Fotomotive. So konnte man sehr gut erkennen, wie hoch das Wasser des Sees steht, wenn in den Frühlingsmonaten aus den oberirdischen Bächen das Wasser in die Höhle einsickert. Zu der Zeit sollen auch interessante und beeindruckende Wasserfälle zu sehen sein.
Nur wenige Male mußten wir in gebückter Haltung einen Engpaß bewältigen. Überwiegend war die Höhle haushoch - bis zu 65 m.
Insgesamt gesehen war es ein überwältigendes Stück Natur, welches hier in ca. 230 Mio. Jahren entstanden war.
Aber wir hatten auch unsere “Schreckminuten”. In etwa der Mitte der Höhle fiel plötzlich der Strom aus. Stockdunkel war es. Kein Laut war zu hören. Da wir - bis auf die Elektriker, die wir im vorderen Teil der Grotte Lampen auswechseln sahen - zu diesem Zeitpunkt die einzigen Besucher in diesem unterirdischen Loch waren, waren wir sicher, daß man nach uns schauen würde, sollte der Stromausfall länger dauern. Also, nur keine Panik und abwarten.
Aber man brauchte nicht nach uns suchen, denn nach einigen Minuten ging das Licht wieder an und auch die Lautsprechen verrichteten wieder ihren Dienst. Somit konnten wir die “Magarasi” noch bis zu deren Ende erforschen.
Wieder an der frischen, warmen Luft stellten wir fest, daß wir fast 2 Stunden in dem unterirdischen Gewölbe herumgewandert waren.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 07.12.2015